Auschnitt 1
Der französischen Maler Jean-Auguste Dominique Ingres (1780-1868) schuf vor allem klassische Historienmalerei, Porträts sowie eine Reihe von Aktbildern. Ingres entwickelte seinen eigenen Stil, der sich durch Linearität und kühle Farbgebung dem Klassizismus zuordnen lässt. Hector Obalk beschäftigt sich in dieser zweiten Episode über Ingres mit dessen Porträts.
Beim Erforschen der prachtvollen Gemälde und sinnlich ausschattierten Bleistiftzeichnungen von Ingres stellt man fest, dass der als reaktionär verschriene und angeblich dem 19. Jahrhundert verhaftete Maler keineswegs als "akademisch" einzustufen ist, sondern als ein Vorreiter unserer heutigen "hochauflösenden" Abbildungsästhetik gelten kann.
Die Dokumentation ist der dritte Teil einer ehrgeizigen Reihe, deren einzelne Folgen miteinander korrespondieren und parallel mehrere Thesen verteidigen. Das Projekt knüpft an den gesamtheitlichen Anspruch der großen Historiker des 19. Jahrhunderts an und will - unter Einsatz modernster HD-Qualität - einen nicht chronologischen, sondern persönlichen Überblick über die Kunstgeschichte geben.
Es gibt keine Interviews mit Experten, keine biografischen Einzelheiten und intime Enthüllungen, nur die Bilder werden detailgetreu und in HD-Qualität gefilmt. Die Erzählung von Hector Obalk gibt die Richtung vor, in der die Bilder vorbeiziehen, und regt den Zuschauer dazu an, sich nach dem Was und Wie der Malerei zu fragen. Dabei geht es nicht um kunstgeschichtliche Betrachtungen, sondern um reine Kunstkritik, die den Zuschauer immer wieder mit seinem eigenen ästhetischen Urteil konfrontiert.
Auschnitt 2






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