1975
Synopsis: Rikio Ishikawa gelingt es schnell, sich in den Wirren der Nachkriegszeit in Japan einen oberen Platz in der Hierarchie der Yakuza zu erobern. Bald ist er bekannt und gefürchtet wegen seiner häufigen und extrem brutalen Gewaltexzesse. Doch es fehlt ihm an Respekt gegenüber den höheren Yakuza, und so beginnt sein unvermeidlicher Fall.
Nach seiner Freilassung setzt der Film ein. Kinji Fukasaku hat mit GR AVEYARD OF HONOR/SHIN JINGI NO HABAKA von 1975 aber auch mit YAKUZA GRAVEYARD/ YAKUZ NO HABAKA: KUCHINASHI NO HANA von 1976 oder mit BATTLES WITHOUT HONOUR AND HUMANITY /JINGI NAKI TATAKAI von 1973 einige Klassiker des Yakuzafilms geschaffen.
GRAVEYARD OF HONOR erzählt einzelne Episoden aus dem Aufstieg und dem späteren Fall des Yakuzas Rikio Ishikawa. Jede einzelne Episode besitzt dabei ihren eigenen Höhepunkt. Das wellenartige auf und ab der Dramaturgie ist für uns Europäer durchaus etwas gewöhnungsbedürftig; diese verläuft geradezu gegensätzlich zu unserer Spannungskonvention. Viele Szenen sind rasant gedreht und geschnitten, und der semi-dokumentarische Stil Fukasakus vermittelt zusätzliche Informationen über das Leben im Tokyo der Nachkriegszeit. Ein ehemaliger Mitinhaftierteer zitiert den realen Rikio Ishikawa: „Ich fühle mich wie ein Ballon. Erst steige ich ganz hoch auf und dann platze ich.“ Der durchaus gelungene Film zeigt sowohl den Aufstieg als auch den Fall des Yakuzas in seiner ganzen Härte.
Bis zu seinem Tod vor zwei Jahren hat Kinji Fukasaku knapp 50 Filme gedreht, bekannt wurde er einem deutschen Publikum allerdings erst durch BATTLE ROYALE 2000. Übrigens: Daß Takeshi Kitano nun auch als Filmemacher in Erscheinungtritt, ist Kinji Fukasaku zu verdanken. Er bot ihm die Regie bei VIOLENT COP an, bei dem er eigentlich selbst als Regisseur eingeplant war. Als Dank spielte Kitano eine Rolle in BATTLE ROYALE.
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Japan 1975
Regie: Kinji Fukasaku
Mit Tetsuya Watari, Tatsuo Umemiya, Hajime Hana, Noboru Ando
- 2002
Synopsis: Ishimatsu ist Tellerwäscher in einem Restaurant, das häufig von Yakuzas besucht wird. Als ein fremder Killer (Takashi Miike in einem rasanten Cameo Auftritt) versucht, einen Yakuza Boss zu töten, rettet Ishimatsu ihn. Das ist seine Eintrittskarte in die Welt der Yakuza. Durch seinen Mut und seine Skrupellosigkeit gelingt ihm ein schneller Aufstieg in der Hierarchie, aber wegen seiner Respektlosigkeit und seiner kopflosen Brutalität geht es genauso schnell wieder bergab mit ihm.
Der Regisseur orientiert sich am epischen Stil Fukasakus, eine gute Entscheidung. Selbstverständlich bringt der Regisseur auch hier einige seiner Obsessionen unter, die seine Filme normalerweise kennzeichnen. In seinem digital gedrehten VISITOR Q etwa versuchte er möglichst viele Tabus in einem einzigen Film zu brechen. Um nur einige zu nennen, es geht u.a. um: Mord, Vergewaltigung, Inzest, Nekrophilie und Sodomie.
In GRAVEYARD OF HONOR beschränkt er sich auf wenige Szenen, die seine Obessionen wiedergeben: So vergewaltigt Ishimatsu etwa eine Frau, die ihm von diesem Moment an devot zur Seite steht. Als er beginnt sich Heroin zu spritzen, ist sie selbstverständlich auch sofort dabei, sie liebt ihn bis zur Selbstaufgabe. Ishimatsus Hang zur Gewalt ist ebenfalls obsessiv – er unterscheidet nicht, in welchen Situationen Gewalt angemessen ist, und tötet wie eine Maschine. Als er wegen seiner Respektlosigkeit tiefer und tiefer fällt reißt er alle mit hinab – andere Yakuzas, seine Freundin, seine Freunde.
Der Film ist zwar voller Intensität und Spannung, aber der Zuschauer bleibt auf Distanz. Es gelingt Takashi Miike nicht eine Figur zu kreiieren, mit der man sich identifizieren kann, vielleicht will er diese auch gar nicht anbieten. Das wäre ja noch zu verkraften, aber er bietet weder Humor noch emotionale Momente, er spult die brutale Geschichte einfach ab. Das Niveau seiner Werke AUDITION oder DEAD OR ALIVE kann GRAVEYARD OF HONOR damit nicht halten. Diese zogen den Zuschauer in ihrer Bann, ihre Geschwindigkeit und ihre Exzesse rissen ihn mit. GRAVEYARD OF HONOR bietet zwar über weite Teile des mit 131 Minuten etwas zu lang geratenen Films gute Unterhaltung, aber er vermag den Zuschauer weder zu begeistern noch zu berühren.
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Japan 2002, 131 Min.
Regie: Takashi Miike
Mit Goro Kishitani, Narimi Arimori, Ryosuke Miki, Shingo Yamashiro
Das Bonusmaterial : Vor zwei Jahren verstarb Kinji Fukasaku an Krebs. Er hinterlässt ein Ouevre das hierzulande bis jetzt weitestgehend unbekannt ist. Knapp fünfzigTitel listet die DVD. Mit dem Filmemachen begann Fukasaku 1961. Sein Sohn Kenta stellte BATTLE ROYALE II:REQUIEM nach dem Tod seines Vaters fertig – er schrieb auch die Drehbücher für beide Filme. Die DVD Bonus Tracks zu Takashi Miikes Remake sind ausführlicher ausgefallen. Das Making Of im japanischen Original mit deutschen Untertiteln gestattet einen Einblick in seine Arbeitsweise.Gezeigt werden die Vorbereitungen und der Dreh einiger Actionszenen. Bisweilen spielt Miike den Schauspielern vor, was sie tun sollen. Seinem Hauptdarsteller, der sich von einem Turm stürzen soll, suggeriert er: „In diesem Moment bist du eins mit dem Wind“.
Der Trailer nimmt Szenen aus dem Film und unterschneidet sie mit dem Zitat eines Kritikers: „Wie Melvilles ‚Eiskalter Engel’...ein Geist am Rande der Gesellschaft...und sein unaufhaltsamer Fall.“ Zugegeben, dieser Satz macht neugierig.
Auf dem Filmfest in Rotterdam, im Januar 2002 ergibt sich die Gelegenheit, ein Interview für die DVD zu führen, auf japanisch – mit deutschen Untertiteln. Miike sitzt da in einen riesigen Pulli vergraben, dessen weite Kapuze ihm etwas Mönchshaftes verleiht. Eine dunkle Sonnenbrille darf selbstverständlich nicht fehlen. Gutgelaunt beantwortet er Fragen. „Ich habe nie daran gedacht, Regisseur zu werden, bis ich Regie führte“, kokettiert er, und fährt fort: „Ich rannte vor meiner Umwelt davon; rannte und rannte, bis ich mich als Regieassistenz bei einem Dreh wiederfand.“ Seitdem dreht er unglaublich schnell, vier bis fünf Filme im Jahr. Er beschreibt sich selbst als „neugieriges Kind, das sich sehr leicht entführen lässt. Wenn irgendein Typ dieses Kind anspricht, folgt es ihm sofort...und wenn dann jemand anderes kommt, wird das Kind wieder mitgehen.“ Der Interviewer kennt die Filme Miikes gut, er fragt nach dem digital gedrehten Projekt VISITOR Q, in dem Miike sich entschlossen hat, möglichst viele Tabus auf einmal zu brechen. „Ich habe ein paar wirklich abgefahrene Filme gedreht...“, sagt er, und fügt hinzu: “ich wünsche mir, daß möglichst viele Zuschauer in meinen Film gehen, und wenn sie mich anschließend für verrückt halten, nehme ich dies als Kompliment.“ Das ist ein Wort und ein gutes Schlußwort.
Ergänzt werden die Bonus Tracks von einer umfangreichen Trailershow, bei der hier – ausnahmsweise, für alle Asienfilmfans – alle Titel aufgelistet werden:
BATTLES WITHOUT HONOUR & HUMANITY, DUEL PROJECT 1# ARAGAMI, DUEL PROJECT #2: 2LDK, ELECTRIC DRAGON 80.000 VOLT, KINJI FUKASAKUS GRAVEYARD OF HONOR, LADY SNOWBLOOD, TETSUO: THE IRON MAN, UZUMAKI, YAKUZA GRAVEYARD.
Rapid Eye Movies bringt die beiden gleichnamigen Filme GRAVEYARD OF HONOR/ JINGI NO HABAKA als Yakuza Box Vol.1 auf den Markt – da dürfen wir uns freuen, was da noch so alles folgt...
Nana A.T. Rebhan
Sprachen:
Kinji Fukasakus Graveyard of honor/ Jingi no habaka:
Japanisch mit englischen oder deutschen Untertiteln
Takashi Miikes Graveyard of honor/ Jingi no habaka:
Japanisch, Deutsch mit deutschen Untertiteln
Extras:
Kinji Fukasakus Graveyard of honor/ Jingi no habaka(1975):
- Trailer
- Filmografie Kinji Fukasaku
- Trailershow
Takashi Miikes Graveyard of honor/ Jingi no habaka:(2002):
- Trailer
- Making Of
- Interview mit Takashi Miike
- Trailershow






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