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Sonntags um 17.45 Uhr auf ARTE

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Mittwoch, 22.8. um 20.15 Uhr - 20/08/07

Guadeloupe

Patrick Solvet kennt jeden Pfad in den Wäldern von Les Grands Fonds. Diese Talsenken im Süden von Grande-Terre, einem Inselteil von Guadeloupe, sind für ihn so etwas wie eine Speisekammer.

Wie schon sein Großvater streift er durch die tropische Wildnis, um mit seiner Machete Bananenstauden zu schlagen, um Papayas, Kakaofrüchte, Kokosnüsse und Kürbisse zu sammeln. Sein Esel trägt die frischen Köstlichkeiten aus dem Urwald heim. In Supermärkten, die lange schon diesen überseeischen Teil Frankreichs und Außenposten der Europäischen Union in der Karibik erobert haben, kauft er nur, was ihm die Natur der tropischen Insel nicht bietet.

Zum Archipel von Guadeloupe gehören außer den beiden Hauptinseln Grande-Terre und Basse-Terre auch die für ihren weißen Rum berühmte Zuckerrohrinsel Marie-Galante und einige kleinere Inseln. Grande-Terre und Basse-Terre sind durch eine schmale Landenge verbunden. Guadeloupe wurde schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Franzosen kolonisiert, die dort auf riesigen Plantagen Zuckerrohr anbauten. Ihre große Zeit hatten diese Inseln, um die Franzosen und Engländer damals auch Krieg führten, im 17., 18. und frühen 19. Jahrhundert. Als die Europäer begannen, aus Zuckerrüben Zucker zu raffinieren, setzte der langsame Niedergang ein. Heute finden sich nur noch wenige Spuren von dem Reichtum, den der Zucker den Pflanzern brachte.

Wie fast überall in der Karibik ist aus der Verbindung vor allem europäischer, afrikanischer und ursprünglich karibischer Elemente eine Kochkultur hervorgegangen, deren exotischer Zauber den Besucher gefangen nimmt. Kreolisch nennt man diese Küche.

Aus Wildfrüchten, Fisch und Fleisch bereiten Patrick Solvet und seine Frau Mariano ein kreolisches Festessen für die Familie und für Freunde zu. Auf einem Holzfeuer hinter dem Haus geben sie Tomaten, Kräuter und Knoblauch in einen Topf. Annattosamen (ein Gewürz, das in Mittel- u. Südamerika verwendet wird) verleihen der Sauce, in der Fisch gegart wird, ihre leuchtend rote Farbe. Grüne Papayas machen das mit ihnen geschmorte Fleisch nicht nur butterzart, sie geben ihm auch ein Aroma, das man in Europa kaum kennt. Kokosnüsse dienen als erfrischender Willkommenstrunk. Mit gesüßter Kondensmilch, Gewürzen und Vanille entsteht aus ihnen ein traumhaftes Eis. Frittierte Teigbällchen mit Stockfisch und ein von der indischen Küche inspirierter Eintopf aus Schweinefleisch und Curry machen die kreolische Gartenparty zu Trommelklängen perfekt.

Erstellt: 28-04-06
Letzte Änderung: 20-08-07


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