

Das Bahnhofs-Viertel in Guatemala-City wird von einem der beiden Mafia-Clans regiert, die das ganze Land unter sich aufgeteilt haben. Hier kontrollieren sie gut 100 Bordelle, in denen vor allem sehr junge Frauen anschaffen, die jüngsten sind gerade 12 Jahre alt. Seit einiger Zeit kommen die meisten von ihnen aus den Regionen der indigenen Völker. Sie sind die Opfer der Enteignung ihres angestammten Landes und der Wirtschaftskrise - es bleibt ihnen wenig anderes übrig, als in die Hauptstadt zu flüchten, um dort irgendwie wenigstens zu überleben.
Die Hilfsorganisation Solo Para Mujerez hat als einzige die Erlaubnis der Mafia-Bosse, den jungen Müttern in den Bordellen zu helfen: sie dort aufzusuchen, sie über die Minimalregeln der Hygiene aufzuklären und über die Gefahren durch Aids. Seit einigen Monaten verteilen sie nicht nur Präservative, sondern auch immer mehr Baby-Windeln in den Bordellen.
Die ARTE-Reporter durften die Sozialarbeiterinnen zu den jungen Müttern begleiten, an ihren „Arbeitsplatz“, häufig nicht mehr als ein Zimmer, das dem Empfang der „Kunden“ ebenso dient, wie als Aufenthaltsort für die Frauen und ihre Kinder nach der „Arbeit“. Kinder und Mütter haben kaum Chancen, aus diesem Milieu auszubrechen. Für die Töchter bedeutet das eine Zukunft ohne die Hoffnung, einmal etwas anderes zu werden als wie ihre Mütter sexuell ausgebeutet und später weggeworfen zu werden. Die Jungen werden später nicht viel mehr als Mitglied in einer Gang. Gewalt und Drogen bestimmen die Regeln für Jung und Alt.
Mit wenig Spenden-Geld und ohne jede Unterstützung vom Staat versucht die Hilfsorganisation die jungen Mütter und ihre Kinder aus diesem Milieu herauszuholen, um den ewigen Kreislauf des Elends zu unterbrechen. Dabei zählen sie auch auf die Liebe der Mütter zu ihren Kindern: Sie bemühen sich, dass die Mütter für sich eine andere Zukunft suchen als das Bordell, damit sie und ihre Kinder eines Tages einmal besser leben können.







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