Der junge Farmerssohn Claude Bukowski aus dem ländlichen Oklahoma hat seinen Einberufungsbefehl für Vietnam in der Tasche, als er im New Yorker Central Park George Berger und dessen Freunden begegnet. Zunächst irritiert ihn das übermütige Leben der Hippies, denen es Spaß macht, die braven Bürger zu schockieren. Aber bald entdeckt er auch sympathische Seiten an den ausgelassenen "Blumenkindern".
Berger verschafft sich und den anderen Zugang zu einer Gartenparty bei der hübschen und reichen Sheila, in die sich Claude zuvor Hals über Kopf verliebt hat. Es fällt ihm daher nicht leicht, sich schon bald von seinen neuen Freunden verabschieden zu müssen.Claude kommt in ein Ausbildungslager der US-Army in die Wüste von Nevada. Hier herrscht ein ganz anderer Ton. Kurz vor dem Abflug der Rekruten nach Vietnam tauchen plötzlich Claudes Hippie-Freunde auf. In einer gestohlenen Uniform schmuggelt sich Berger in das Camp und ermöglicht Claude ein Wiedersehen mit Sheila. Er ahnt allerdings nicht, welchen Preis er dafür bezahlen muss.
Das Drehbuch entstand nach dem Musical von Gerome Ragni, Hames Rado und Galt MacDermot. Die Autoren waren in den 60er Jahren Wortführer der Gegenkultur und Propagandisten der Gewaltlosigkeit. Der Film ist in fünf Musikkapitel unterteilt, die jeweils einen Schlüsselmoment thematisieren: "The Tunnel Suite", "I got Life", "Hare Krishna", "Black Boys/White Boys" und "Let the Sun Shine in".
Obwohl das Rock-Musical "Hair" anfangs durch nackte Darsteller und andere Aufsässigkeiten schockierte, war es 1968 ein Riesenerfolg am Broadway und trat seinen Siegeszug durch 22 Länder an. Regisseur Milos Forman machte daraus ein faszinierendes Zeitporträt der "Blumenkinder" mit fulminanten Song- und Tanznummern.Mit zwei Oscars und zahlreichen anderen Preisen gehört der gebürtige Tscheche Milos Forman zu den höchstdekorierten Regisseuren der Gegenwart. Zum Film kam er in den 50er Jahren als Drehbuchautor und Regieassistent. Anfang der 60er Jahre wechselte er ins Regiefach und emigrierte später nach Amerika, da er mit seinen Filmen in der Tschechoslowakei regelmäßig aneckte. "Einer flog übers Kuckucksnest" (1965) war Formans Durchbruch. Die Romanverfilmung mit Jack Nicholson in der Rolle des aufsässigen McMurphy bescherte ihm 1975 seinen ersten Oscar. Insgesamt erhielt der Film fünf der begehrten Trophäen. 1984 bekam Forman seinen zweiten Oscar für die Mozart-Biografie "Amadeus".
Der Regisseur gilt als Nonkonformist, der gern politische Seitenhiebe austeilt. Daran mangelt es auch seinem Hippie-Musical "Hair" nicht. Der Musikfilm trägt seinen Titel nicht nur wegen der damaligen Frisurenmode. Die Haartracht der Hippies ist ein Symbol für Widerstandsgeist und Unabhängigkeit. "Hair" ist ein einmaliges Zeugnis der politisch aufgewühlten und friedensbewegten Flower-Power- und Anti-Vietnamkriegs-Bewegung.
"Hair" war 1980 für einen César als bester ausländischer Film, zwei Golden Globes und den Young Artist Award nominiert.






per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

