Rettungsaktionen und Versorgung
Internationale Rettungsteams suchen in den Trümmern nach Überlebenden, 90 Menschen konnten sie bisher retten. Der Zugang zu den Opfern ist schwierig. Für die zahlreichen Vermissten schwindet die Hoffnung.Tausende Verletzte warten allein in der verwüsteten Hauptstadt Port-au-Prince und anderen zerstörten Regionen weiter verzweifelt auf Versorgung mit dem nötigsten: Lebensmittel, Wasser, medizinische Behandlung. Das Welternährungsprogramm verteilte nach der Katastrophe mehr als 100.000 Essensrationen und stellte für die zahlreichen Obdachlosen 20.000 Zelte zur Verfügung.
Helfer arbeiten bis zur Erschöpfung
Hilfsorganisationen aus zahlreichen Ländern – von den USA über Deutschland, Frankreich oder Italien bis Israel oder Japan - und Ärzteteams arbeiten rund um die Uhr. Organisationen wie das Rote Kreuz, Ärzte ohne Grenzen oder Caritas sind vor Ort. Oft werden Patienten auf offener Straße behandelt. Viele haben lebensbedrohende Wundinfektionen.Große Spendenbereitschaft
Die zahlreichen Spendenaufrufe habe ein großes Echo ausgelöst. Die Vereinten Nationen, die zu 575 Millionen Dollar Spenden aufgerufen hatten, haben bereits 105 Millionen davon erhalten. Die Bundesregierung hatte 7,5 Millionen Euro an Soforthilfe für die Menschen in Haiti bereitgestellt.Massiver Noteinsatz
2.200 US-Marinesoldaten sind unterdessen in Port-au-Prince angekommen, mit Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten. Sie werfen unter anderem Nahrungsmittel-Pakete aus der Luft ab. Laut US-Verteidigungsmysterium warf die Army 14.500 Fertigmahlzeiten und 15.000 Liter Wasser in Kartons nordöstlich der Hauptstadt Port-au-Prince ab. Mit dem Risiko, dass Unruhen unter den Haitianern ausbrechen, solange die Ausgabe nicht geregelt und gesichert wird.Die Vereinten Nationen beschlossen unterdessen, 3500 weitere Soldaten und Polizisten in das Erdbebengebiet nach Haiti zu entsenden, zusätzlich zu den 11.000 Mann, die sich bereits im Land befinden.
Seuchengefahr
Überall in den Straßen von Port-au-Prince liegen Leichen. Durch den Mangel an Wasser sind die hygienischen Bedingungen vielerorts katastrophal, was Seuchen und Epidemien begünstigen könnte. Die Krankenhäuser von Port-au-Prince sind überlastet, sechs Nothospitäler sollen auf dem Land errichtet werden.Jenseits der Hauptstadt
Obwohl Port-au-Prince Zentrum der Hilfsflüge und der Koordination des Einsatzes ist, weisen Helfer darauf hin, dass die Situation jenseits von Haitis Hauptstadt katastrophal ist. So sind in dem etwa 50.000 Einwohner zählenden Ort Léogâne, rund 30 Kilometer westlich von Port-au-Prince, etwa 90 Prozent der Gebäude zerstört. Und bei den Menschen an der Südküste Haitis ist die internationale Hilfe noch nicht angekommen.Spenden
Unsere Kollegen von tagesschau.de haben eine sehr ausführliche Liste von Hilfsorganisationen erstellt, die Spenden annehmen.
(Frank Dürr, 19.01.2010, Quellen: dpa/afp)







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