Synopsis: Bei einem Polizeieinsatz wird ein Kollege Nishis (Takeshi Kitano) erschossen und ein anderer, Nishis Freund Horibe, so angeschossen, daß er im Rollstuhl landet. Nishi quittiert daraufhin seinen langjährigen Polizeidienst und überfällt eine Bank. Das Geld gibt er zum Teil der Witwe seines Kollegen, er bezahlt seine Schulden bei den Yakuza, und er schenkt Horibe teure Ölfarbe, damit er malen kann. Mit dem Rest der Beute fährt er mit seiner todkranken Frau in die Berge und ans Meer, an Orte, die diese noch einmal sehen will..
Der Kommentar zum Film: Den Titel des Films haben wir dem Team Takeshi Kitanos zu verdanken. Der Meister selbst bevorzugte die minimalistische Version A TAKESHI KITANO FILM: VOLUME 7. HANA BI trägt gleich mehrere für den Film aufschlußreiche Bedeutungen: HANA BI heißt Feuerwerk, HANA allein Blume und steht für Leben, BI alleine heißt Feuer oder Gewehrfeuer und steht für Tod und die Bereitschaft zu sterben. Der Titel ist genauso vieldeutig wie der Film selbst. Er gibt bereits einen Vorgeschmack darauf, wie ambivalent Handlung und Bedeutung sein könnten – natürlich nur dem, der japanisch versteht.Takeshi Kitano führt nicht nur Regie. Er spielt auch die Hauptrolle des Ex-Cops Nishi, hat das Buch geschrieben, den Film geschnitten, ihn mitproduziert und die Bilder Horibes stammen ebenfalls aus seinem Pinsel. Charismatisch spielt er Nishi – mit dunkler Sonnenbrille, die er nur für seine Frau abnimmt. Er spricht kaum – selbst der Banküberfall läuft wortlos ab.
Szenen harter, realistisch gezeigter Gewalt wechseln sich ab mit unvermittelten Momenten, in denen etwa die Bilder Horibes leinwandfüllend kommentarlos zu sehen sind. Die Szenen mit Nishi und seiner Frau sind gefühlsbetont, kleine Nebenhandlungen sind voller lakonischer Komik. Die wunderschöne, leichtfüssig daherkommende Filmmusik setzt bewusst einen Kontrast zur Handlung. Sie könnte einem Truffautfilm der 60er Jahre entstammen.
Für sein einzigartiges und originelles Drama über einen Menschen, der sämtliche moralischen Grenzen hinter sich lässt, wurde Takeshi Kitano verdientermassen mit dem Goldenen Löwen in Venedig geehrt.
Das Bonusmaterial: „Wer ist Beat Takeshi?“, fragt ein 14-minütiger Beitrag der Bonus Tracks der DVD. Er liefert uns die Antwort über das japanische Multitalent, das mal unter dem Namen Takeshi Kitano, mal unter Beat Takeshi auftritt. In Europa ist er uns als Takeshi Kitano bekannt. Als begnadeter Filmemacher, der meist selbst die Hauptrolle spielt, seine Bücher selbst schreibt, Regie führt, und an der Produktion beteiligt ist. Seine melancholischen Meisterwerke (voller exzessiver Gewalt) gereichen zur Zierde jedes Filmfestes. In seiner Heimat Japan aber hat er als Beat Takeshi eine eigene TV-Show, in der er regelmässig herumalbert. Außerdem singt er, fotografiert und malt. „Filme sind etwas Synthetisches“, sagt Takeshi Kitano, „sie vereinen Musik, Drehbücher, Romane, Fotgrafie und Komik.“ Angefangen hat er als Stand-Up Comedian und noch heute inspirieren ihn seine Gags aus der TV-Show oft für seine Komik in den Filmen. Beat Takeshi und Takeshi Kitano sind für ihn selbst wie zwei Marionetten – je nach Bedarf nutzt er die eine oder die andere. „Wenn ich mit einem Mädchen zusammen bin, frage ich sie einfach, wen sie lieber mag“, meint er schelmisch. In seinen Filmen sind ihm die Bilder wichtiger als die Worte – deshalb gibt es auch so wenig Dialog in ihnen.
Das liebevoll gestaltete Making Of (ca. 12 Min.) kombiniert Szenen, in denen Takeshi Kitano und sein Team beim Arbeiten gezeigt werden mit Interviewausschnitten Kitanos, bei denen er seine Arbeitsweise erklärt. Die Stimmung, die dabei am Set herrscht, ist sehr fröhlich, bisweilen geradezu ausgelassen. Kitano spielt etwa eine kurze Szene, in der er einen Mann immer wieder unter Wasser drückt und dabei jedesmal ein neuer Schwall Blut das Wasser rot färbt. Kitano sieht sich das Ergebnis auf der Videoausspielung an, und kann dabei sein kicherndes Lachen nicht unterdrücken, er ist offensichtlich sehr zufrieden.
Ein Track ist eigens seinen Bildern gewidmet. Ein Dutzend davon gibt einen Eindruck seines malerischen Werks. Da gibt es etwa sechs Yakuzas zu bestaunen, die alle in einer Art Badeanzug mit Tattoo aufgereiht nebeneinander stehen. Ein seltsamer Anblick. Eine Art ‚vegetarischer Minotaurus’ trägt stolz statt eines Kopfes eine überdimensionale Sonnenblume, usw.
Ein deutscher und ein japanischer Trailer des Films runden neben einer Trailershow das umfangreiche Angebot der Bonus Tracks dieser DVD ab. Interessant ist es, die beiden zu vergleichen, denn sie sind völlig unterschiedlich aufgebaut. Während der deutsche eine kurze Zusammenfassung der schönsten Bilder des Films bietet, beschränkt sich der japanische auf wenige, prägnante Augenblicke.
Nana A.T. Rebhan
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Hana Bi
Japan 1997, 103 Min.
Regie: Takeshi Kitano
Mit Takeshi Kitano, Kayoko Kishimoto, Ren Osugi, Susumu Terajima
Sprachen:
Deutsch, Japanisch
Deutsche Untertitel
Bonus Tracks:
-Deutsche Trailer
-Japanischer Trailer
-Making Of
-Wer eigentlich ist Takeshi Kitano?
-Bilder von Takeshi Kitano






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