Trotz aktueller musikalischer Revival der 70er und 80er Jahre, hat es Krautrock bis jetzt noch nicht geschafft, wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Der damalige deutsche Musikexportschlager schrieb Geschichte, doch seine langhaarigen Protagonisten mit ihren langatmigen Klangexperimenten eignen sich sehr schlecht für modische Wiederbelebungen. Hans Joachim Irmler beweist mit seiner ersten Soloplatte „Lifelike“, dass Krautrock über allen Moden steht.
Was steckt hinter dem musikalischen Phänomen Krautrock? Natürlich waren sie Blumenkinder, liebten es, Drogen zu nehmen und dabei Musik zu machen. Stets waren sie am Experiment interessiert, an neuen Verbindungen zwischen Jazz, Rock und elektronischer Musik. Zu ihren berühmtesten Vertretern gehören Kraftwerk, die sich schließlich ganz und gar der Elektronik hingaben, während ihre ersten Platten noch ganz im Stil von Amon Düül II, Can, Tangerine Dream und natürlich Faust waren. Hans Joachim Irmler war Gründungsmitglied und Keyboarder der legendären Faust. Bei Auftritten verschwand er fast völlig hinter einem Berg aus elektronischem Equipment. Auch heute noch entspricht sein Studio diesem Bild, in dem er seine atmosphärischen Klangteppiche produziert. Es sind Klänge wie aus einer anderen Welt, mit kaum wahrnehmbaren Nuancen. Gerade darin liegt die Stärke seiner elektronischen Musik, in dem hypnotisierenden Fluss der Klänge, der ganz ohne Clicks und Cuts auskommt. Es fällt schwer das zeitlos schöne Album „Lifelike“ zu kategorisieren und musikalisch einzuordnen, da es ein Verbindungsglied zwischen Krautrock, Jazz und aktueller Ambientmusik darstellt.
Matthias Schneider
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Hans Joachim Irmler : “Lifelike”
Label :Staubgold
www.staubgold.com







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