Heine, das Chamäleon. In keine der Literaturepochen lässt er sich fest einordnen: Heine, der Verfechter der Aufklärung versus Heine der Romantiker, welcher über Liebe, Traum und Sehnsucht schreibt. Geboren wurde er in der Zeitwende zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert, zwei ideen- und sozialgeschichtlich völlig verschiedene Perioden. Heine war Zeitgenosse und Zeitzeuge einer Doppelrevolution: der Selbstbefreiung des Bürgertums aus der feudalen Herrschaft und der industriellen Revolution: Er erlebte sowohl den technischen Fortschritt als auch die folgende soziale Not mit. Seine Zeit machte ihn zu dem, was er war: Lyriker mit stilistischer Leichtigkeit, kritischer Journalist, Polemiker und Satiriker. Als einer der ersten Berufsschriftsteller versuchte er vom Schreiben zu leben ohne mit seinen Kunstidealen zu brechen und dieser Balanceakt gelang ihm
Zudem lavierte er zwischen Deutschland und Frankreich. O-Ton Heine: „Die Ehe, welche ich mit unserer lieben Frau Germanica, der blonden Bärenhäuterin geführt, war nie eine glückliche gewesen“, daher zog es ihn nach „Paris, dem Jerusalem der Freyheit“.
In Deutschland „Heinrich“ und in Frankreich „Henri“ - bewundert wie gefürchtet: Heine.
Heinrich „Der Politik tut es gut, von Heine zu lernen. Er hat sich um den Bau von Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Ländern bemüht.“
Richard von Weizsäcker (1984-1994 Bundespräsident der BRD) 1996
„Er ist immer leicht, und nur was fürs Hirn leicht ist, klingt im Ohr. Im Grunde Hegel, außen Gassenhauer.“
Peter Hacks (deutscher Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Essayist) 1985
„Weil er nichts durch die Brille einer Ideologie, wenn auch alles durch die Gläser eines Teleskops, entfernter und schärfer, gesehen hat, kann er heute noch als einer der klügsten Beurteiler der politischen Ereignisse seiner Zeit gelten.“
Hannah Arendt (jüdische Philosophin, Publizistin und Gelehrte deutscher Herkunft) 1948
„Er ist das vorweggenommene Beispiel des modernen Menschen.“
Heinrich Mann, (deutscher Schriftsteller) 1929
„Vergessen die Herren denn ganz, dass Heine ein Liederdichter ist, neben dem nur noch Goethe genannt werden darf?“
Otto von Bismarck (Gründer und erster Kanzler des 2. Deutschen Reiches) 1890
„Welch ein Talent! Und welch ein Gassenjunge!“
Theodor Mommsen (deutscher Historiker) 1888
„Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag. Und wie er das Deutsche handhabt! Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind.“
Friedrich Nietzsche (deutscher Philosoph und klassischer Philologe) 1888
„Heine und Börne sind Racheengel, welche den Deutschen mehr Segen brachten, als ihre Schutzengel“
Heinrich Graetz (jüdischer Historiker) 1870
„Der hervorragendste unter allen lebenden deutschen Dichtern.“
Friedrich Engels (Politiker und Philosoph) 1844
Henri „Unser armes Frankreich hat heute nur sehr wenige Dichter und nicht einen einzigen, den es Henri Heine entgegenstellen könnte.“
Charles Baudelaire (französischer Lyriker) 1865
„Eine Mischung aus Apollo und Mephisto“
Théophile Gautier 1864 (französischer Schriftsteller) 1864
„Der Mann, der zur Stunde das beste Französisch schreibt, ist ein Deutscher, und dieser Deutsche heißt Henri Heine.“
Adolphe Thiers (französischer Politiker und Historiker) 1849
„Er repräsentiert in Paris den Geist und die Poesie Deutschlands, wie er in Deutschland die lebendige und geistreiche französische Kritik verkörpert.“
Honoré de Balzac (französischer Schriftsteller) 1844
„Sein Herz ist so gut, wie seine Zunge schlecht ist.“
George Sand (französische Schriftstellerin) 1841
„Wenn Deutschland Heine nicht liebt, nehmen wir ihn gerne auf, aber leider liebt Heine Deutschland über Gebühr.“
Alexandre Dumas (französischer Schriftsteller) 1839
Quelle: Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.
Heinrich Heine. Eine Biografie
Jan Christoph Hauschild, Michael Werner
Zweitausendeins, 2005
ISBN: 3861507390
Heine, der Jude. Heine, einer der ersten deutschen Berufsschriftsteller. Heine, der Mensch. Wer Auskunft will, über sein Leben, konsultiere Hauschild und Werner. Nach wie vor DIE Heine-Biographie. Der Verlag Zweitausendeins hat das Standardwerk des Verlags Kiepenheuer & Witsch von 1997 aktualisiert und mit Bildern bereichert.






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