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16/05/2006 - Jazz - 28/08/08

Heinz Sauer & Michael Wollny

Certain Beauty


Für ihr Debüt „Melancholia“ wurden Heinz Sauer und Michael Wollny international gefeiert. Nun legt das dynamische Duo das zweite Album nach, mit dem Titel „Certain Beauty“.

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Das titelgebende Stück stammt von Albert Mangelsdorff, das sich ebenfalls in einer Interpretation des Duos auf dem Album findet. Der Saxophonist Sauer war dem progressiven Posaunisten besonders verbunden, war er doch jahrelang Mitglied seines Quintetts.

Sauer ist Jahrgang 1932 und hat an der Weiterentwicklung des Modern Jazz und des Freejazz in Deutschland maßgeblich mitgewirkt. Sein Duopartner Michael Wollny erlebte eine völlig andere Musiksozialisation. 1978 geboren, gehört er zu einer jungen Generation von Jazzmusikern, die keine Berührungsängste mit der Popmusik kennt. Obwohl die beiden Musiker über 40 Jahre trennen, agieren sie absolut gleichwertig. Der hohe Altersunterschied scheint Sauer und Wollny zu inspirieren, denn auf dem aktuellen Album „Certain Beauty“ finden sich neben Eigenkompositionen sowohl Interpretationen von Jazzklassikern, als auch von Prince und Björk.

Bevor Sauer und Wollny aus einer Komposition ihre Form herausschälen, tasten sie diese auf ihre Besonderheiten hin ab. Daraufhin paraphrasieren sie in ihrem Piano- und Saxophonspiel die Melodien und gewinnen den Liedern völlig neue Facetten ab. Ihre Version von Gershwins „I loves you Porgy“ versinnbildlicht die Sehnsucht nach einer Liebesbeziehung und stellt ihre Fragilität dar. Und bei Monks „Evidence“ können sie musikalisch alle Register ziehen. Virtuos kombinieren sie schnelle Tempi mit zärtlichen Passagen, expressive Akzente mit sanften Melodien.

Es gehört zu den besonderen musikalischen Herausforderungen, ein Album nur zu zweit einzuspielen. Denn der Verzicht auf eine Rhythmusgruppe rückt das Zusammenspiel des Duos in den absoluten Vordergrund. Somit ist jede einzelne Note und Phrasierung glasklar zu erkennen. Der reizvolle Dialog zwischen den Musikern und die unmittelbare Nähe zum Klang der beiden Soloinstrumente machen das Album zu einem intimen Hörerlebnis und verleihen ihm eine ganz besondere Schönheit, eine „Certain Beauty“.


Matthias Schneider
.........................................
Heinz Sauer & Michael Wollny
„Certain Beauty”
Act / Edel Contraire / Harmonia Mundi
www.actmusic.com

Erstellt: 15-05-06
Letzte Änderung: 28-08-08


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