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ARTE KULTUR - 30/08/06

Hellenic Festival

Die Hauptstadt Griechenlands gilt als Wiege des Abendländischen Theaters, und seit gut 50 Jahren findet dort ein eigenes Theaterfestival statt. Die Athmosphäre ist geschichtsträchtig: Viele Aufführungen werden im Herodes Atticus Odeon am Fuss der Akropolis oder im berühmten Theater von Epidaurus aufgeführt. Das Programm hingegen ist eindeutig auf Zeitgenössisches und internationale Produktionen ausgerichtet.

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Die Reportage sehen (real video - 5mn24)

"Sommernachtstraum" - Thomas Ostermeier und Constanza Macras
Der Ton ist vorgegeben für den "Sommernachtstraum" der Berliner Schaubühne beim Theaterfestival von Athen. Shakespeares Text ist auf das Wesentliche reduziert, die befremdliche Inszenierung von Thomas Ostermeier und Constanza Macras nimmt sich alle Freiheiten. So viel Respektlosigkeit verstört das Athener Publikum fast, das solches Theater nicht gewöhnt ist.

Geschichtliches
Das gilt auch für den Aufführungsort: Theater in einer aufgelassenen Fabrik ist hier nicht alltäglich. Aber dieses Jahr steht das Festival von Athen ganz im Zeichen der Erneuerung. Gegründet wurde es in den 50er-Jahren von heimgekehrten griechischen Exilanten. Es war ursprünglich dem antiken griechischen Theater und der klassischen Musik gewidmet. Unter dem Militärregime versteinerte es und verlor den Anschluss an die Entwicklung des internationalen Gegenwartstheaters. Der neue Leiter des Festivals, Yorgos Loukos, wagt dieses Jahr eine radikale Öffnung.

"Die Perser" - Theodoros Terzopoulos
Selbst die antike Tragödie wird mit neuen Augen gesehen. Das vor 2.400 Jahren erbaute Theater von Epidaurus gilt bis heute als Modell für perfekte Akustik. Hier wird für einen der Höhepunkte des Festivals geprobt.
Theodoros Terzopoulos, ein Spezialist der griechischen Tragödie, inszeniert "Die Perser" von Aischylos. Das Ensemble vereint griechische und türkische Schauspieler: ein starkes Symbol für die beiden verfeindeten Völker, deren Geschichte von Konflikten wie der Teilung Zyperns geprägt ist. Das Stück lief bereits in Istanbul. Manche reagierten negativ, für andere war es die Eröffnung eines Dialogs zwischen den beiden Völkern, die trotz der unterschiedlichen Sprachen die Mittelmeerkultur teilen.
Stimme, Gesicht, der ganze Körper wird zur vibrierenden tragischen Maske. Theodoros Terzopoulos versucht, den orientalisch beeinflussten Stil der alten Griechen wiederzuentdecken. Mehr als 2.000 Jahre trennen uns von dem Aischylos-Text. Er erzählt den Eroberungsversuch der Perser, ihr Scheitern und das Massaker, das sie auslösen. Grausamkeit und Gewalt sind Themen, die uns bis heute betreffen. Die Botschaft des Stücks gilt über die Grenzen hinaus.

Bei Terzopoulos klingt das Theater letztlich wie ein zeitloses Echo verlorener Erkenntnis.
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Das Festival
Hellenic festival
vom 01. Juni bis zum 05. August 2006
in Athen - Griechenland
>> Offizielle Website des Festivals
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ARTE Kultur
Von Montag bis Samstag um 20.00

Erstellt: 18-07-06
Letzte Änderung: 30-08-06