- Ein Jahr vor dem Fall der Berliner Mauer
„In der DDR selbst hat sich die neue Dynamik in den Ost-West-Beziehungen bisher kaum ausgewirkt. Während in der Sowjetunion und in den meisten Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas versucht wird, Änderungen in Wirtschaft und Gesellschaft herbeizuführen, bietet sich unseren Landsleuten in der DDR ein Bild der Stagnation, die sie zunehmend als Rückschritt empfinden. [...]
„ Im Blick auf unser ungelöstes nationales Problem schreibt Generalsekretär Gorbatschow in seinem Buch „Perestroika“ : Was in hundert Jahren sein werde, das solle die Geschichte entscheiden. [...]
„Mauer und Stacheldraht werden nicht auf Dauer Bestand haben. Denn sie stehen gegen jene historische Grundströmung, die weite Teile Europas schon seit langem erfaßt hat und die jetzt auch im östlichen Teil unseres Kontinents auf Umgestaltung drängt.“
- Am Abend des Mauerfalles, dem 9. November 1989, vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin
Kohl hat seinen offiziellen Besuch in Polen unterbrochen, um in aller Eile über Hamburg nach Berlin zu reisen. Er wird zunächst von einem Teil der Menge ausgepfiffen, schließlich beruhigen sich die Störenfriede.
„ […] wir alle stehen jetzt in einer großen Bewährungsprobe. Wir haben in diesen Tagen von unseren Landsleuten drüben in der DDR, in Ost-Berlin, in Leipzig und Dresden und in vielen Städten immer wieder eine Botschaft der Besonnenheit erfahren - eine Botschaft, die sagt, daß es in dieser glücklichen, aber auch schwierigen Stunde in der Geschichte unseres Volkes wichtig ist, besonnen zu bleiben und klug zu handeln.
„ […] Klug handeln heißt jetzt, die ganze Dimension der weltpolitischen, der europäischen und der deutschen Entwicklung zu sehen. […]
„Und so will ich allen in der DDR zurufen: Ihr steht nicht allein! Wir stehen
an Eurer Seite! Wir sind und bleiben eine Nation, und wir gehören zusammen!“
- Kohl legt am 28. November dem Bundestag sein "Zehn-Punkte-Programm" vor
Unter Bezugnahme auf das bereits im Dezember 1967 von der NATO formulierte Ziel spricht Helmut Kohl von einer neuen, den Status quo ablösenden Ära in der Geschichte Europas und Deutschlands. Punkt 10 legt das oberste Ziel des Programmes in folgenden Worten fest:
„Die Wiedervereinigung, das heißt die Wiedergewinnung der staatlichen Einheit Deutschlands, bleibt das politische Ziel der Bundesregierung. “
(Konrad-Adenauer-Stiftung, Pressedokumentation, 29.11.1989 Bulletin)






per E-Mail verschicken
Helmut Kohl, 1930 in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) geboren, beherrschte mit seiner überragenden Gestalt die europäische Szene seit 1982, dem Jahr, in dem er deutscher Bundeskanzler wurde. Der Christdemokrat wurde viermal wiedergewählt und übertraf mit der Dauer seiner Amtszeit sogar sein großes Vorbild Adenauer.
Facebook
Twitter
RSS

