Das Herz des Menschen ist ein Hochleistungsmotor. Unermüdlich pumpt es frisches Blut bis in die letzten Winkel unseres Körpers. Denn rund 50 Billionen Körperzellen müssen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Ein Leben lang. Dabei wird das Herz etwa drei Milliarden mal schlagen und 200 Millionen Liter Blut durch das fein verzweigte Aderwerk befördern. Eine gewaltige Leistung! Doch der Herzkraft sind auch Grenzen gesetzt – das Organ kann vielfältig erkranken: angeborene Herzmissbildungen, Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Ablagerungen von Kalk und Fetten in den Herzkranzgefäßen …Die Bilanz in Europa: Über vier Millionen Todesfälle als Folge von Herz–Kreislauferkrankungen. Eine Ursache: der Herzinfarkt, ein lebensbedrohlicher Gefäßverschluss.
Wie entsteht ein Herzinfarkt?
In den Gefäßwänden kommt es zu Ablagerungen von Cholesterin und zu einer örtlichen Entzündung. Es entsteht die so genannte arteriosklerotische Plaque, die mit einer dünnen Schutzschicht bedeckt wird. Bricht diese Schutzschicht auf, werden massenhaft Blutplättchen angelockt, die das Gefäß innerhalb von Sekunden bis Minuten komplett verschließen.
Ballondilatation
Nach einem akuten Infarkt kann eine Ballondilatation in bestimmten Fällen die Engstelle im Herzkranzgefäß ausdehnen. Per Röntgenkontrolle schiebt der Arzt - über eine Ader in der Leistengegend - einen dünnen Schlauch bis zur Engstelle im Herzkranzgefäß vor. Ein kleiner Ballon an der Spitze, der von außen aufgeblasen wird, dehnt die Engstelle vorsichtig auf.Reicht die Ballondilatation nicht aus, kann eine Gefäßstütze, ein so genannten Stent, das Gefäß weiten. Stents werden auf dem Dilatations-Ballon zum verengten Gefäß gebracht und durch Aufdehnung des Ballons von innen unter hohem Druck an das Gefäß anmodelliert. "Normale" Stents haben eine hohe Wiederverschlussrate. Die bessere Methode ist ein beschichteter Stent, der Medikamente freisetzt und in den kein Gewebe mehr einwachsen kann.
In der wissenschaftlichen Erprobung ist derzeit ein Stent, der sich nach Erfüllung seiner Aufgaben einfach wieder auflöst. Dies erleichtert zum einen die Arbeit des Herzchirurgen bei einer Bypass-Operation – falls sie erforderlich werden sollte – und zum anderen die Nachkontrolle eines bereits behandelten Kranzgefäßes durch nichtinvasive, bildgebende Verfahren. Vorteil: Es wäre dann keine erneute Herzkatheteruntersuchung erforderlich.
Bypass
Eine weitere Methode besteht darin, das durch den Thrombus verstopfte Gefäß mit einem so genannten Bypass zu überbrücken. Dafür wird eine Brustwandarterie oder ein Stück Vene, das aus dem Bein des Patienten entnommen wird, verwendet. Die Bypassoperation gehört heute zu den Standards in deutschen Kliniken. In der Regel kann der Patient schon zehn Tage nach dem Eingriff das Krankenhaus verlassen.
Mangelnde Herzmuskel–DurchblutungEine weitere Herzerkrankung: mangelnde Herzmuskel–Durchblutung. Mögliche Symptome sind: Engegefühl, Druck und Schmerzen in der Brust sowie Angstgefühle. Das Herz-CT, eine spezielle Röntgenuntersuchung, liefert eine Schichtaufnahme des Herzens, in der Veränderungen und Verkalkungen am Herzen sichtbar werden.
Herz-Operation
Bei einer Herzoperation wird der Patient in der Regel an eine Herz–Lungen–Maschine angeschlossen, die während des Eingriffs die wichtigen, lebenserhaltenden Körperfunktionen ersetzt: Das Herz des Patienten hat Pause, die Maschine pumpt sauerstoffreiches Blut direkt in die Aorta.
Ein Problem bei dem Eingriff: Dadurch, das der Operateur immer an der Aorta arbeiten muss, um z. B. die Herz–Lungen–Maschine anzuschließen, kommt er mit dem Kalk, der sich in diesen Gefäßen befindet, in Berührung. Das ist eine potenzielle Gefahr, denn Kalk oder Fett können abgeschwemmt werden und ins Gehirn gelangen. Das löst bestenfalls eine Verwirrtheit hervor und im schlimmsten Fall eine Lähmung, einen Schlaganfall.
Nach großen operativen Eingriffen kann es so zu ausgeprägten Wahrnehmungsstörungen kommen, dem so genannten Durchgangssyndrom: Wahnvorstellungen, die den Patienten in Angst versetzen können. Das Durchgangssyndrom im Umfeld der Intensivstation klingt aber meist nach kurzer Zeit wieder ab.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 19. September 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 11. November 2005
Redaktion: Birgit Engel Koproduktion BR -ARTE G.E.I.E.






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