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16/11/06

High-Tech-Medizin

Leben mit künstlichen Ersatzteilen


Bandscheiben-Implantat

Eine dauerhafte Methode, die Beschwerden zu lindern, ist ein Bandscheiben-Implantat. Die künstliche Bandscheibe kommt bei allen Patienten zum Einsatz, die unter einer schmerzhaften Bandscheibendegeneration leiden, die durch konservative Therapiemaßnahmen nicht dauerhaft gebessert werden kann. Das Implantat sorgt für Beweglichkeit und Dämpfung der Wirbelsäule.

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert etwa 1 ½ Stunden. Der Chirurg zeichnet den Zugangsweg auf der Bauchdecke ein. Eingebracht wird das Bandscheiben-Implantat, ein Kunststoffinlay aus Polyäthylen, über einen fünf Zentimeter langen Bauchschnitt. In verschiedenen Phasen der Operation werden kontrollierende Röntgenaufnahmen gemacht. In der abschließenden Röntgenaufnahme wird der korrekte Sitz der künstlichen Bandscheibe kontrolliert.


Knieprothetik bei Gelenkverschleiß
Elisabeth Handschuh hofft bald auf ihre Krücken verzichten zu können. Sie leidet unter einer krankhaften Veränderung des Knies. Der Gelenkspalt ist so gut wie nicht vorhanden - Knochen reibt auf Knochen. Das bereitet der Patientin schneidende Schmerzen, die auch kurze Strecken - selbst auf Krücken - unmöglich machen. Der Ersatz der Gelenkoberfläche kann Abhilfe schaffen. Bei diesem Eingriff kommt ein neuartiges computergestütztes Navigationssystem zum Einsatz. Eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Operationsergebnis ist die korrekte Ausrichtung der Implantatkomponenten an der Beinachse. Mit Kamera, Infrarot-Sender und Reflektoren werden Abweichungen erfasst und korrigiert.
Ein Messpunkt liegt im Zentrum des Hüftkopfes. Der andere in der Mitte des Sprunggelenks. Nach herkömmlichen Techniken des operativen Kniegelenkersatzes kommt es immer wieder zu X- und O-Beinfehlstellungen oder zu Streckdefiziten. Diese Probleme lassen sich durch die Navigation deutlich eingrenzen und reduzieren.
Der Eingriff erfolgt in Teilnarkose. Hat der Chirurg durch Entfernen von Knochen- und Knorpelsubstanz ein optimales Implantatbett geschaffen, wird die Knieendoprothese achsgerecht einzementiert. Anhand der Beinachse kann der Arzt das Implantationsergebnis nochmals nachprüfen. Nicht zuletzt wegen der exakten Navigation wurde das künstliche Kniegelenk präzise eingepasst. Ein anschließendes Reha-training hilft beim Aufbau von Muskelkraft.


High-Tech in der Herzchirurgie

Wenn die Leistung des Herzens sinkt, können Ersatzteile einen Ausgleich schaffen, sogar Leben retten. In der Herzchirurgie kommen eine Fülle von Ersatzteilen zur Anwendung. Eines der Highlights ist eine Koaxialpumpe, ein so genanntes Herzunterstützungssystem. Viel häufiger und weniger aufwändig zu implantieren sind Ersatzteile wie Herzklappen, Materialien, mit denen Löcher im Herzen geflickt werden, Kunststoffprothesen und Herzschrittmacher, die die Stimulation des Herzens aufrecht erhalten.

Bei Hans Lamprecht zeigte die so genannte Mitralklappe eine krankhafte Veränderung. Bei einer Routineuntersuchung wurde eine Mitralklappeninsuffizienz diagnostiziert, die Klappe ist undicht. Der Patient leidet unter schwerer Atemnot.
Über eine minimal-invasive Operation, bei der nur eine kleine Öffnung im rechten Brustkorb erforderlich ist, soll die Herzklappe repariert werden. Mit einer speziellen Lösung wird das Herz des Patienten stillgelegt. Die lebenserhaltenden Körperfunktionen übernimmt nun die Herz-Lungen-Maschine. Mit langstieligen Instrumenten beginnt der Herzchirurg mit der Rekonstruktion der defekten Mitralklappe.

Hans Lamprecht bekommt keine künstliche Herzklappe, ein verstärkender Ring reicht aus, um die Herzklappenfunktion wieder herzustellen. Im Prinzip kann bei jedem Patienten ein minimal-invasiver Eingriff durchgeführt werden, bei dem die Mitralklappe isoliert behandelt werden muss. Dabei ist es unerheblich, ob die Klappe rekonstruiert oder ersetzt werden muss. Bei beiden Eingriffen kann minimal-invasiv operiert werden. Nur wenn die Herzfunktion der Patienten hochgradig eingeschränkt ist, sie sehr alt sind oder viele Nebenerkrankungen haben, wird von dieser Form des Eingriffs Abstand genommen.
Hans Lamprecht hat durch den herzchirurgischen Eingriff wieder neue Kraft zum Leben gefunden. Sein Herz war auf dem Wege, schlapp zu machen. Nicht zuletzt durch den Einsatz von High-Tech-Materialien konnte das so lebenswichtige Organ wieder perfekt funktionieren.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 21. November 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 21. Juni 2005
Redaktion: Birgit Engel Koproduktion BR -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 16-06-05
Letzte Änderung: 16-11-06