Schriftgröße: + -
Home > Die Welt verstehen > Diabetes

Der tödliche Zucker

Diabetes mellitus, allgemein auch als "Zuckerkrankheit" bekannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist.

> TV-Programm > Themenabend Obesität

Der tödliche Zucker

Diabetes mellitus, allgemein auch als "Zuckerkrankheit" bekannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel (...)

Der tödliche Zucker

14.03.2007 um 14.30 Uhr - 08/03/07

Hilfe, wir werden zu fett

Die Zahl der Menschen mit krankhaftem Übergewicht, Adipositas, hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre weltweit verdoppelt. Unsere Gesundheitssysteme stehen angesichts des Ausmaßes der Folgeerkrankungen vor ernsthaften Problemen. Der Themenabend beleuchtet die Hintergründe dieser Gesundheitskatastrophe.

Weitere Artikel zum Thema

Themenabend, 115 Min.
ARTE F
Bereits im April 2003 brachte ein Sachverständigenbericht der WHO und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen alarmierende Fakten ans Licht. Unter den chronischen Krankheiten nimmt die Fettsucht einen der vorderen Plätze ein. Während 800 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger leiden, sind gleichzeitig mehr als 1,5 Milliarden Erwachsene zu dick. Gründe dafür sind nicht zuletzt die Urbanisierung sowie die fortschreitende Globalisierung des Nahrungsmittelmarktes. Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten häufig viel Zucker und Fett und sind damit äußerst kalorienreich. Die Fettleibigkeit ist nicht nur eine Krankheit, sondern eines der größten volksgesundheitlichen Probleme unserer Zeit - mit Folgen, die sich als ebenso schwerwiegend erweisen könnten wie die des Nikotinmissbrauchs. Keines unserer heutigen öffentlichen Gesundheitssysteme wird morgen in der Lage sein, die Kosten dieser Krankheit und ihrer Folgen zu tragen. Kinder mit krankhaftem Übergewicht haben mittlerweile bereits eine geringere Lebenserwartung als ihre Eltern. Wer mit zwanzig zu fett ist, verkürzt unter Umständen seine Lebenserwartung erheblich. Der Kampf gegen die Fettsucht wird zukünftig eine vorrangige Aufgabe unserer öffentlichen Gesundheitsvorsorge sein. Der Themenabend beleuchtet das Ausmaß des Problems mit zwei Dokumentationen. Der erste Beitrag beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Gegebenheiten in China, Ägypten und Mexiko, der zweite Film ist den Vorsorgemaßnahmen und dem Kampf gegen die Fettsucht in Europa gewidmet.

14.30 Uhr
Schöne fette Welt

56 Min.
Dokumentation, Frankreich 2004, Synchronfassung
Regie: Sarfaty Laurence

Am Beispiel von China und Mexiko zeigt die Dokumentation den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Umstrukturierung eines Landes und Zunahme der krankhaften Fettsucht in der Bevölkerung. Eine wesentliche Rolle bei diesem Phänomen spielt die globalisierte Agrar- und Nahrungsmittelindustrie.

Die Dokumentation vermittelt Einblicke in das Räderwerk eines Weltwirtschaftssystems, das unweigerlich in die "Globadipositas" führt. Die krankhafte Fettsucht - Adipositas - ist auf dem Vormarsch. Landflucht und mangelnde körperliche Betätigung, Urbanisierung, die Globalisierung des Nahrungsmittelmarktes und insbesondere die immer weiter um sich greifende Ernährung mit leicht verfügbaren, aber zu fett- und/oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln tragen zur Globalisierung des Fettsuchtproblems bei. Folgeerscheinungen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Formen von Krebs. Die Gesundheitssysteme der reichen Länder werden vielleicht noch in der Lage sein, diesem Problem zu begegnen. Für die Mehrzahl der so genannten "Entwicklungsländer" wird es eine Katastrophe sein. Die Verschlechterung der allgemeinen Gesundheitssituation in einem Land bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum ist nur scheinbar ein Widerspruch. Laurence Sarfaty dokumentiert, wie die "Globadipositas" bereits in China und Mexiko Einzug gehalten hat, zeigt aber auch Bemühungen einzelner Länder oder Initiativgruppen, die der weltweiten Ausbreitung dieser Epidemie Einhalt gebieten könnten. Der Wirtschaftswissenschaftler Barry Popkin leitet die Abteilung für Ernährungsepidemiologie der Universität North Carolina. Zurzeit arbeitet er im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation an Untersuchungen zur Ernährungslage in Ländern, die sich in einem wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozess befinden. Für ihn steht fest: Die Agrar- und Nahrungsmittelindustrie spielt eine Hauptrolle bei der weltweiten Zunahme der Fettsucht. Ohne aktive Unterstützung durch die Industrie werden die Länder dieses gesundheitspolitische Problem nicht allein lösen können.

15.25 Uhr
Der Krieg der Kilos

53 Min.
Dokumentation, Frankreich 2004, Synchronfassung
Regie: Stephane Begoin, Sophie Cleyet Marrel

Die Zunahme der krankhaften Fettleibigkeit in Europa und deren mögliche Folgen bereiten den Gesundheitsbehörden und Verbraucherverbänden Sorge. Zwar gibt es in der EU inzwischen zahlreiche Initiativen und Kampagnen, doch wirkliche Entscheidungen wurden bisher noch nicht getroffen.

Krankhaftes Übergewicht ist in ganz Europa zu einem Problem geworden. Die Gesundheitsbehörden schlagen Alarm. Unsere Kinder werden immer dicker. Schuld sind ungesunde Lebensweise, Fernsehen, falsche Ernährung - weitaus stärker als erbliche Faktoren. Bisher schien das Problem an Europa vorübergegangen zu sein, doch neueste Studien sprechen eine eindeutige Sprache: Krankhaftes Übergewicht ist in Europa ein im Wortsinne ebenso schwerwiegendes Problem wie in Amerika. Gelegentlich wird immer noch bezweifelt, dass es sich wirklich um eine Krankheit handelt. Man zeigt mit dem Finger auf dicke Menschen und meint, sie seien selbst an ihrem Unglück schuld, verkennt dabei jedoch die wahre Problematik. In Europa sind es vor allem soziale Randgruppen, Migranten und generell sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen, die mit diesem Problem zu kämpfen haben. In Großbritannien ist dieser Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Notlage und Adipositas besonders klar nachgewiesen worden. Das Amt für Nahrungsmittelsicherheit ist darum bemüht, richtige Ernährung und Freude am Essen wieder populärer zu machen. In Fleurbaix und Laventie, zwei Städten in Nordfrankreich, arbeiten Wissenschaftler seit zehn Jahren an einer breit angelegten Studie. Finnland ist das einzige Land in Europa, das landesweite Informations- und Vorbeugungsprogramme durchführt. Hier konnte die weitere Zunahme der Krankheit gestoppt werden. In Deutschland verlangen die Verbraucherverbände, dass die Kennzeichnung von Lebensmitteln zukünftig ausreichend klare und umfassende Informationen enthalten muss. Auf EU-Ebene wird eine immer größere Zahl von Gesetzesinitiativen auf den Weg gebracht. Die Volkskrankheit Übergewicht könnte offiziellen Angaben zufolge in 20 Jahren Kosten von 100 Milliarden Euro verursachen - so viel wie das heutige EU-Budget. Die wichtigen Entscheidungen in Sachen Volksgesundheit lassen jedoch auf sich warten.

Erstellt: 12-05-05
Letzte Änderung: 08-03-07