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Jerusalem

Der Regisseur Serge Moati streift durch die Straßen Jerusalems und trifft viele Bewohner...

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Jerusalem - 30/03/09

Hinter der Mauer

Der Dokumentarfilm beschreibt den Alltag in dem katholischen Altersheim "Unsere liebe Frau der Schmerzen" in Jerusalem. Das Heim liegt auf israelischem Territorium, das vor der Errichtung des Grenzwalls palästinensisches Wohngebiet war. Diese Situation erschwert den Angehörigen den Besuch der Heimbewohner und den Angestellten das Erreichen ihrer Arbeitsstelle. Die Heiminsassen gehen mit ihrer Situation des Eingesperrtseins auf unterschiedliche Weise um.

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In einem Vorort von Jerusalem steht das katholische Altersheim "Unsere liebe Frau der Schmerzen". Fünf Meter vor den Toren des Heims sind die Bauarbeiten zum Grenzwall zwischen israelischem und palästinensischem Wohngebiet in vollem Gange. Das Heim, dessen Gebäude und Gärten ohnehin umzäunt sind, erinnert zunehmend an eine Festung. Die Insassen müssen mit einer ungewohnten Lebenssituation fertig werden, die aus der plötzlich veränderten politischen Lage entstanden ist.

"Unsere liebe Frau der Schmerzen", ursprünglich auf palästinensischem Gebiet gelegen, befindet sich jetzt diesseits des Grenzwalls auf israelischem Territorium. Das bedeutet, dass die Angehörigen der Heimbewohner mangels Genehmigung nicht mehr zu Besuch kommen können. Und auch die Angestellten müssen auf dem Weg zur Arbeit einen regelrechten Hindernislauf bewältigen. Oft kommt es zu absurden Situationen.

Während draußen die Bauarbeiten unaufhaltsam fortschreiten, harren die eingemauerten Heimbewohner aus. Sie schwanken zwischen Auflehnung und Resignation. Viele flüchten sich in die Vergangenheit. Andere versuchen, dem monotonen Alltag aus Mahlzeiten, medizinischer Behandlung und Fernsehritual etwas entgegenzusetzen. Jad zum Beispiel geht schweigend spazieren und reißt zuweilen aus. Herr Thomas verweigert sich der obligaten Fernsehserie und ärgert sich stattdessen über die Ansprache der ehemaligen US-Außenministerin Condoleezza Rice, die er allein am Bildschirm verfolgt. Marie wartet auf ihren Sohn. Und Lamia wird handgreiflich oder singt.

Der bewegende und humorvolle Dokumentarfilm über ein Stück palästinensisch-israelischer Alltagsgeschichte und über das Alter ist der zweite Film von Georgi Lazarevsky. "Traumreise in G-Dur", der Debütfilm des eigentlich als Fotograf arbeitenden Filmemachers, wurde auf dem Festival "Cinéma du Réel" preisgekrönt und war im Februar 2007 auf ARTE zu sehen.

Hinter der Mauer
Sonntag 19. April 2009 um 09.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2007, 60mn)
ARTE F

Erstellt: 19-03-09
Letzte Änderung: 30-03-09