Ruhe und Ordnung wollte die SED hier im Sperrgebiet. Ganze Familien hatte sie bis 1961 unter dem Codewort "Ungeziefer" ins Landesinnere zwangsumgesiedelt. Dieter Buchwald und Achim Walter arbeiteten beide als Konstrukteure im Amaturenwerk und übernahmen das Predigen als der Pfarrer starb - sie standen unter stetiger Stasi-Beobachtung: "Dadurch, dass wir ständig mit der Kirche Kontakt hatten und auch Gottesdienste hielten, wurde mir vom Kaderleiter nahegelegt: 'Dieter, du kannst im Amaturenwerk ganz was anderes werden, aber ich muss dich um eins bitten und ich muss das fordern: Du darfst nicht mehr auf die Kanzel gehen."
Nur im Internet: Das ausführliche Interview mit Dieter Buchwald
Nach der Wende waren die Außenseiter gefragt. Dieter Buchwald wurde der erste Mann im Dorf - der Bürgermeister. Die Mauer steht direkt in seinem Garten und dass das auch so bleibt, dafür musste er in Hötensleben kämpfen: „Der Einigungsprozess ging ja dann weiter mit Arbeitslosigkeit und viele Bürger haben es nicht mehr verstanden: Wir sind arbeitslos und du finanzierst den Erhalt des Denkmals mit kommunalen Mitteln." Dank der Nähe zum Westen gibt es heute kaum noch Arbeitslose in Hötensleben. Achim Walter und Dieter Buchwald hätten sich wohl nie träumen lassen, dass sie jemals die Mauer verteidigen müssen.







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