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Quizás, Quizás (Real Audio, 30")„Mi Sueno“ ist ein Traum, der nun zu Ende geträumt ist. Ibrahim Ferrers Traum war es, ein Bolero-Album (Link Arte-Kritik 27.04.2007) einzuspielen. Doch drei Wochen bevor die letzten Aufnahmen für sein Wunsch-Album abgeschlossen werden konnten, verstarb er im Sommer 2005.
Geboren wurde er 1927 in Santiago de Cuba. Bereits mit zwölf Jahren war er Vollwaise und musste sein Leben mit Schuhputzen und dem Verkauf von Süßigkeiten und Zeitungen selbst finanzieren. Um zusätzliches Geld zu verdienen, begann er Musik zu machen, auf der Straße, wo er auch entdeckt wurde. Mitte der fünfziger Jahre hatte Ferrer seine ersten Hits, gründete seine Band Los Bocucos und ging mit ihr sogar auf Europatournee. Seine Stimme galt als zu unmännlich, weshalb er keinen Bolero singen durfte. So sang er Guarachas und Sones bis in die 90er Jahre hinein. Eigentlich hatte Ferrer mit der Musik abgeschlossen und putzte wieder Schuhe, als es an seiner Tür klopfte. Der Produzent Juan de Marcos González sollte ihn im Auftrag von Ry Cooder ins Studio locken, zu den Aufnahmen des Buena Vista Social Clubs. Zunächst sollte Ferrer nur ein Lied interpretieren, am Ende sang er fast alle. Der Rest ist die weltweite Erfolgsgeschichte eines inzwischen legendären Albums. Zwei Grammys erhielt Ferrer, einen davon als Nachwuchskünstler, im Alter von 73 Jahren.
„Mi Sueno“ ist ein stilles, ein ruhiges Album. Ferrer hat bewusst eine kleine Besetzung gewählt, mit Roberto Fonseca (s. Arte-Kritik 13.04.2007) am Klavier, Cachaíto López am Bass und Manuel Galbán an der Gitarre, die vereinzelt um Streicher und einen Schlagzeuger aufgestockt werden. Während Fonsecas Finger in gewohnt lässiger und beschwingter Art über die Tasten gleiten, erzählt Ferrer hingebungsvoll von den Höhen und Tiefen der Liebe und immer wieder von der Schönheit der Frauen. Ein Höhepunkt des Albums ist sein Duett mit Omara Portuondo, den Klassiker „Quizás, Quizás“ singend, nur mit Klavierbegleitung. Freilich ist es Ry Cooder zu verdanken, dass all die Musiker des Bueno Vista Social Clubs die Möglichkeit erhielten, die vergessene Musik Kubas weltweit wieder in Erinnerung zu rufen. Doch ihr wahres Können haben die großartigen Künstler bisher erst richtig entfalten können, wenn sie nicht unter seiner Produktionsägide standen. Davon zeugt auch das Abschiedsalbum Ibrahim Ferrers, das von der Musik Kubas beseelt ist und ihn unvergesslich macht.
Matthias Schneider







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