Kino auf ARTE - 01/12/11
Ich, Tom Horn
(Summer of Tom Horn)
Spielfilm, USA 1978, ARTE F
Regie: William Wiard; Buch: Thomas McGuane, Bud Shrake; Kamera: John Alonzo; Schnitt: George Grenville; Musik: Ernest Gold; Produzent: Fred Weintraub; Produktion: Solar, Fred Weintraub Productions
Mit: Steve McQueen - (Tom Horn), Linda Evans - (Glendolene Kimmel), Richard Farnsworth - (John Coble), Billy Green Bush - (Joe Belle), Slim Pickens - (Sam Creedmore), Roy Jenson - (Mendenhour), James Kline - (Arlo Chance), Geoffrey Lewis - (Walter Stoll), Steve Oliver - (Jim Corbett)
Wyoming, 1901: Der ehemalige Fährtenleser und Armeescout Tom Horn wird von einer Gruppe Rinderzüchter angestellt, um Viehdiebe zu jagen und zu beseitigen. Als aber seine brutalen Methoden drohen, den guten Ruf der Rancher zu beschmutzen, lässt man ihn fallen. Tom wird für den Mord an einem Jungen gehängt, den er nicht begangen hat.
Der Trapper Tom Horn ist ein Relikt des "Alten Westens". Als Fährtensucher half er bei der Gefangennahme des berüchtigten Indianerhäuptlings Geronimo und ritt zusammen mit dem späteren US-Präsidenten Theodore Roosevelt im Spanischen-Amerikanischen Krieg. Doch mit dem beginnenden 20. Jahrhundert werden seine Dienste überflüssig. Ziellos zieht Tom durch den Westen, bis ihm der Rancher John Coble in Wyoming ein Angebot macht: Er und seine Partner beschäftigen ihn als "Weidedetektiv", dessen Aufgabe darin bestehen soll, Viehdiebe zu jagen und zur Strecke zu bringen.
Tom ist gut in seinem Job - zu gut. Mit seinen Schießkünsten erledigt er einen Dieb nach dem anderen, bis ihm die Gewalt schließlich überall hin folgt. Denn aus Angst, dass Toms Ruf als brutaler Mörder auf die Rancher abfärben könnte, beschließt man ihn zu beseitigen, bevor seine Verbindung mit ihnen bekannt werden könnte ...
Kurze Zeit später wird ein junger Schafshirte erschossen aufgefunden. Die Kugel stammt aus dem gleichen Gewehr, das auch Tom verwendet. Als dieser davon erfährt, ahnt er bereits, dass man den Mord ihm anhängen wird. Tom sagt deshalb in angetrunkenem Zustand zu einem U.S: Marshall: "Wenn ich den Jungen erschossen hätte, dann wäre das mein bester Schuss gewesen. Und die dreckigste Tat meines Lebens." Damit ist sein Schicksal besiegelt.
"Ich, Tom Horn" basiert auf einer wahren Begebenheit. Bis heute ist nicht klar, ob Horn damals den Jungen tatsächlich erschossen hat oder ob man dem unliebsamen Cowboy etwas anhängen wollte. Dieses Rätsel wird auch im Film nicht mit Gewissheit aufgelöst. Dem Zuschauer wird jedoch nahegelegt, dass Horn unschuldig gewesen sei. Auf diese Weise erscheinen die Rancher mit ihrer Doppelmoral in einem ebenso fragwürdigen Licht, wie Tom Horn selbst, dessen brutale Mordanschläge immer wieder effektvoll in Szene gesetzt werden. Das Ergebnis ist ein Sittengemälde, welches eine Gesellschaft im Umbruch zeigt, deren "neue" Werte ebenso zweifelhaft wie ihre "alten" sind.
Hauptdarsteller und Produzent Steve McQueen war während der Dreharbeiten bereits schwer an Krebs erkrankt. Dennoch mischte er sich immer wieder in die Regiearbeit ein, was zur Folge hatte, dass während der Dreharbeiten zu "Ich, Tom Horn" insgesamt fünf verschiedene Regisseure das Handtuch warfen. In eingeweihten Kreisen wird davon ausgegangen, dass McQueen große Teile des Films selbst inszenierte.
Ich, Tom Horn
Donnerstag 22. Dezember 2011 um 01.10 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, 1978, 93mn)
ARTE F
Erstellt: 01-12-11
Letzte Änderung: 01-12-11