Im Labor(Originalfassung auf Französisch - Real video, 8')
Transkription
Elizabet Petkovski:
„Wir befinden uns hier in einem medizinisch-technischen Labor, das sich auf DNA-Analysen spezialisiert hat. Hier werden die eingereichten Proben untersucht und verglichen und genetische Fingerabdrücke erstellt, um Identitäts- und Verwandtschaftsfragen zu klären.Jede Probe aus menschlichem Material enthält Zellen, in deren Kern sich die Chromosomen befinden In den Chromosomen befindet sich ein Molekül, die Desoxyribonukleinsäure (DNA). Sie enthält die gesamte Erbinformation des Menschen. Der Mensch besitzt 46 Chromosome, bzw. 23 Chromosomenpaare. Diese Chromosomenpaare bilden eine Art Leiter, deren Sprossen immer an der gleichen Stelle angesiedelt sind. Die Zusammensetzung der Sprossen unterscheidet sich jedoch von Individuum zu Individuum.
Die DNA-Analyse ist ein Verfahren zur Untersuchung dieser Sprossen. Das Ergebnis ist der so genannte genetische Fingerabdruck.
Die DNA-Analyse ist heute ein Standardverfahren bei der Verbrechensaufklärung. Mit dem genetischen Fingerabdruck können Täter und Opfer identifiziert werden. Dazu werden am Tatort sichergestellte Proben unbekannter Herkunft mit Proben bekannter Herkunft, zum Beispiel Speichelproben, Blutproben oder anderen Gewebeproben bestimmter Personen verglichen.“
1. Schritt – Isolierung der DNA
Elizabet Petkovski:
„Hier haben wir eine versiegelte Probe unbekannter Herkunft: Ein Papiertaschentuch mit bräunlichen Flecken, bei denen es sich um Blut handeln könnte. Das Taschentuch wurde am Tatort sichergestellt. Wir werden zunächst untersuchen, ob es sich bei den Flecken tatsächlich um Blut oder um eine andere Substanz handelt. Dazu schneiden wir ein kleines Eckchen aus diesem Taschentuch heraus, legen es in ein Reagenz und warten das immunochromatographische Ergebnis ab. Weiter müssen wir zunächst nichts tun. Parallel dazu beginnen wir mit der Ermittlung des genetischen Fingerabdrucks. Hierfür brauchen wir ein etwas größeres Stück Taschentuch. Anhand der darauf vorhandenen menschlichen Zellen können wir die DNA isolieren.“
Caroline Geidans: „Wir stellen das Reagenzglas mit der Probe in dieses Gerät. Das darin enthaltene Reagenz wird die DNA aus dem Material herauslösen. Dieser Prozess kann einen ganzen Tag lang dauern. Anschließend tragen wir einen Tropfen aus der ersten Probe auf einen Teststreifen auf. Stimmen die Ergebnisse überein, ist das Testergebnis gesichert. Wie Sie sehen, verfärbt sich der Teststreifen blau. Das bedeutet, dass die Flecken auf dem sichergestellten Beweisstück tatsächlich menschliches Blut sind.“
2. Schritt – Amplifizierung der DNA
Elizabet Petkovski:
„Die Proben, die am Tatort sichergestellt wurden, enthalten nur sehr wenig DNA-Fragmente. Wir müssen diese Fragmente amplifizieren, d. h. vervielfältigen, um sie markieren und sichtbar machen zu können. Dazu wird ein fluoreszierender Farbdetektor hinzugefügt. Die marktierten Fragmente werden anschließend mit Hilfe einer Elektrophorese aufgetrennt. Anhand der verschiedenen Muster der Fragmente kann man Individuen unterscheiden. Das alles passiert hier in diesem Raum. Dieser Roboter hier stellt die DNA-Lösung für die Enzym-DNA-Polymerase her, die Amplifizierung der DNA-Abschnitte findet in den Geräten daneben statt.“
3. Schritt – Kapillarelektrophorese
Elizabet Petkovski:
„Die Kapillarelektrophorese ist die vorletzte Stufe der DNA-Analyse. Hierbei werden die amplifizierten Fragmente durch die Verwendung eines Primers sichtbar gemacht. Aufgrund der Polarität des elektrischen Feldes der Elektrophorese wandern die markierten DNA-Fragmente der zu untersuchenden Probe durch das in der Kapillare befindliche gelartige Polymer von der Kathode zur Anode und werden dabei der Länge nach aufgetrennt, d.h. die kleinen Fragmente können schneller durch das Gel dringen als die großen Fragmente. Wenn diese Fragmente am Fenster des Detektors vorbeiwandern, werden die Farbstoffmoleküle durch einen Laserstrahl zur Fluoreszenz angeregt. Jede Farbe entspricht einem Marker. Daraus ergibt sich das Muster der Allele, d. h. der alternativen Formen eines Gens auf den paarweise vorhandenen menschlichen Chromosomen. Es zeigen sich Spitzen, jede Farbe entsprich einer bestimmten Position, einem bestimmten Marker der Mikrosatelliten (STR). Die Summe der Allele ergeben den genetischen Fingerabdruck eines Indivduums.“
4. Schritt – Interpretation der Untersuchungsergebnisse
Elizabet Petkovski:
„Sie stellt die letzte Stufe einer DNA-Analyse dar. Der genetische Fingerabdruck, den wir anhand der Probe vom Tatort erstellt haben, wird mit der ursprünglichen Probe verglichen. Bei genauer Betrachtung zeigt sich eine absolute Übereinstimmung. Am STR-Genort (Locus) haben wir in beiden Fällen die Allele 14 und 19, Beim Marker THO 1 in beiden Fällen die Allele 6 und 9 und so weiter. Alle Loci stimmen überein, es scheint sich also in beiden Fällen um die DNA des gleichen Individuums zu handeln.“
Ist die DNA-Analyse zu 100 % zuverlässig?
Elizabet Petkovski:
„Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Es bleibt immer ein Restrisiko. Doch mit den heutigen Mitteln der Technik erzielen wir schon sehr genaue und zuverlässige Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit, dass man zufällig auf zwei Menschen mit dem gleichen genetischen Fingerabdruck stoßen könnte, ist praktisch ausgeschlossen.“
Wird der Mensch durch die DNA-Analyse zum gläsernen Wesen?
Elizabet Petkovski:
„Die DNA-Analyse gibt keinen Aufschluss darüber, ob ein Individuum blaue Augen oder braune Haare hat, ob es klein oder groß ist. Sie sagt uns nur etwas über die Loci der nicht-kodierten DNA.“
Ist die DNA-Analyse das zuverlässigste Verfahren bei der Verbrechensaufklärung?
Elizabet Petkovski:
„Der genetische Fingerabdruck ist sicher das derzeit fortschrittlichste Instrument der Verbrechensaufklärung. Sie bietet den Ermittlern gegenüber herkömmlichen Verfahren wie der Daktyloskopie (Fingerabdruckverfahren) den Vorteil, sich auf deutlich weniger Verdächtige konzentrieren zu können. Außerdem eignet sich die DNA-Analyse auch zur Vaterschaftsbestimmung und zur Klärung von Verwandtschaftsfragen. Das ist mit Fingerabdrücken allein nicht möglich. Die DNA-Analyse ist zurzeit das zuverlässigste Verfahren zu Identitätsbestimmung, das wir haben.“






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