Im Reich der Leidenschaft(Ai No Borei)
Spielfilm, Japan / Frankreich 1978, ZDF, Synchronfassung, 16:9 / 100 Min.
Regie: Nagisa Oshima
Drehbuch: Nagisa Oshima
Kamera: Yoshio Miyajima
Musik: Toru Takemitsu
Schnitt: Keiichi Uraoka
Ton: Tetsuo Yasuda
Produktion: Argos Films
Produzent: Nagisa Oshima, Anatole Dauman, Anatole Dauman
Mit: Kazuko Yoshiyuki (Seki), Tatsuya Fuji (Toyoji), Takahiro Tamura (Gisaburo), Takuzo Kawatani (Inspektor Hotta), Masami Hasegawa (Oshin), Taiji Tonoyama (Toichiro), Sumie Sasaki (Odame), Eizo Kitamura (der Krämer)
- Synopsis
Japan im Jahre 1895: Jeden Abend verwöhnt die junge, schöne Seki ihren Mann, den alternden Rikschafahrer Gisaburo. Sie badet und massiert ihn, reicht ihm den Trost spendenden Sake, bis er in allabendlicher Routine hinwegdämmert - und sie ebenso wach wie unbefriedigt neben ihm liegt. Dies ändert sich, als eines Tages der junge Soldat Toyoji im Dorf auftaucht, der eben aus der Armee entlassen wurde. Zwischen Seki und Toyoji entflammt eine heimliche, leidenschaftliche Affäre, die jedoch enthüllt zu werden droht, als Toyoji im Rausch des Liebesspiels Sekis Scham rasiert. Gemeinsam beschließen sie, Sekis Mann zu töten und seine Leiche in einen Brunnen zu werfen.
Drei Jahre später: Das Verbrechen ist nicht in Vergessenheit geraten. Es verfolgt das Liebespaar weiter, denn Gisaburos Geist wandelt in dem kleinen Dorf und verfolgt die Bewohner in ihren Träumen. Verdacht kommt auf, Gerüchte verbreiten sich, ein Inspektor beginnt Nachforschungen anzustellen. Immer häufiger zieht es den Liebhaber und Mörder Toyoji zu dem Brunnen hinaus, in dem er und seine Geliebte die Leiche einst versenkten. In ihrem Verbrechen gefangen, können die Liebenden weder ihren seelischen Qualen noch der menschlichen Gerechtigkeit entgehen. Einzig ihre glühende Leidenschaft bleibt bestehen: bis zum Schluss, unwiderstehlich.- Zum Film
Mit seinem Film nach der literarischen Vorlage von Itoko Namura wendet sich Regisseur Nagisa Oshima dem "Kaidan", der traditionellen japanischen Geistergeschichte zu. Dabei greift er zwei Jahre nach dem Skandal um Im Reich der Sinne auch die Thematik von Liebe, Lust und Tod wieder auf, setzt jedoch stilistisch und inhaltlich andere Akzente. Oshima kommentiert selbst: "Wenn die beiden Liebenden in Angst leben, so liegt das daran, dass sie sich ständig von der Natur bedroht fühlen. In diesem Sinne gräbt sich mein neuer Film viel tiefer als 'Im Reich der Sinne' in die Wurzeln des Lebens ein. Sie glauben, dass die Liebenden wegen ihrer sexuellen Triebe in die Hölle verstoßen werden; ich aber glaube, dass es die bebende Erde ist, der murmelnde Wind, die flüsternden Bäume, die singenden Vögel, die Insekten - kurzum - die gesamte Natur, die das Paar auf ihrem Abstieg begleitet. [...] Weder Sex noch Liebe haben irgendeinen Sinn. Das Leben selbst hat keinen Sinn. Und wenn es keinen Sinn hat, ist es nicht die Hölle? Deshalb stelle ich dieses Leben so dar - von jeglichem Sinn beraubt, diese Hölle, die für mich immer noch schön ist."
Nagisa Oshima zählt heute zu den wichtigsten Filmemachern Japans. Er setzt sich in seinen Werken sowohl mit der modernen japanischen Gesellschaft der Nachkriegszeit, als auch mit den traditionellen Konventionen und Tabus - insbesondere Sexualität und Gewalt - auseinander. Für Im Reich der Leidenschaft wurde er 1978 bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.Der Film bildet den Auftakt der Reihe Erotisches Kino aus Asien. Im Rahmen des Zyklus werden außerdem am 9. November 2005 Seom - Die Insel von Kim Ki-Duk und am 16. November 2005 Audition von Takashi Miike auf ARTE zu sehen sein.
- Alle Sendungen des ARTE-Schwerpunkts Erotisches Kino aus Asien im Überblick:
Mittwoch, den 2. November um 22.40 Uhr
Im Reich der Leidenschaft, SpielfilmFreitag, den 4. November ab 22.10 Uhr
Die Lust und der Tod, ThemenabendMittwoch, den 9. November um 22.40 Uhr
Seom - Die Insel, SpielfilmMittwoch, den 16. November um 22.40 Uhr
Audition, Spielfilm






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