Das AKSHAR-Projekt der Literaturhäuser: Video
„Ich in Touristenpose vor dem Obersten Gerichtshof in Bangalore“ so kommentiert .der Arbeitsrechtler und Schriftsteller Georg M. Oswald, Teilnehmer am Stadtschreiberprojekt des Goetheinstituts und der Literaturhäuser, dieses Foto, das er aus Indien zur Buchmesse mitgebracht hat. Für Oswald war Indien nie ein „Sehnsuchtsland“ gewesen und er hatte auch nicht den Ehrgeiz, sich noch schnell in zwei Monaten zum Indienexperten zu machen, nachdem er von seiner geglückten Bewerbung beim Goetheinstitut hörte. Im Gegenteil, er wollte sich mit wachen Sinnen nach Bangalore, dem Zentrum des indischen Silicon Valley, aufmachen und sich überraschen lassen.
Das Goethe- Institut in Bangalore oder besser das Max Müller Bhavan organisierte Treffen mit anderen indischen Schriftstellern und vermittelte vor allen Dingen den Kontakt zum jungen Arzt Dayaprasad Kulkarni, der beim Goetheinstitut deutsch lernt und den Besucher aus Deutschland auf seinem Motorrad durch die Stadt mitnahm. Der deutsche Autor lernte Menschen und Orte kennen, die der normale Tourist nicht zu sehen bekommt – wie den Citymarkt, auf dem Tausende von Kegeln aufgetürmt werden mit aus Pflanzen extrahierten Pigmenten zum Färben von Stoffen.
Oder Daya brachte ihn zur Wandelhalle vor dem Obersten Gerichtshof, in der Herr Turamari, ein Anwaltskollege, mit würdevollem Blick seine Rechtsberatung anbietet. An den Bürotischen im Freien sitzen nicht nur andere Anwälte, sondern auch Übersetzer, welche die sieben bis acht Sprachen, die hier gesprochen werden, in die Gerichtssprache Englisch übersetzen. Allein schon auf Grund der Sprachenvielfalt sind Inder gezwungen in irgendeiner Form miteinander kommunizieren zu müssen. Das Bewusstsein für andere Kulturen ist dadurch stark ausgeprägt. Für Georg M. Oswald eine der wichtigsten Erkenntnisse, dass Indien ein auf Austausch ausgerichtetes und sehr aufgeschlossenes Land ist. Es faszinierte ihn, wie offen die Menschen die Welt sehen ohne das westliche Wertesystem zu übernehmen. Im Gegenteil er begegnete einem sehr lebendigen Hinduismus in einem Indien, das sich anschickt ein global player zu sein. Und so schärfte der Indienaufenthalt natürlich auch den Blick auf die eigene Kultur: „Man wird sich seiner europäischen Wurzeln wieder neu und anders bewusst“.von Angelika Schindler

Mehr Eindrücke von Georg M. Oswalds Indienreise lassen sich im unter Goethe.de/akshar nachlesen, ebenso über Mogalli Ganesh aus Hampi
Adyasha Das aus Bangalore
Swapnamoy Chakraborti aus Kolkata
Rajula Shah aus Bhopal
die auch bei ARTE auf der Buchmesse zu Gast waren.
Mehr zum AKSHAR-Projekt in einem Beitrag unseres Kulturmagazins Metropolis und auf unserer animierten Entdeckungsreise






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