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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Sektion "Les films des jurys" - 09/08/07

In Memoria di me

Ein Film von Saverio Costanzo


1etoiles.jpg.imageDataEin Film über eine abgeschlossene Welt der Stille, der zu schematisch konstruiert ist und somit nicht greifbar wird.

Italien 2007
Länge 118 Min.
Format 35 mm, 1:1.85
Mit: Christo Jivkov, Filippo Timi, Marco Baliani, André Hennicke, Panella Fausto Russo Alesi


  • Im Gespräch mit dem Schauspieler André Hennicke undedem Regisseur Saverio Costanzo
Saverio Costanzo
André Hennicke



  • Synopsis

Weil er in einer Sinn- und Lebenskrise steckt, geht Andrea ins Kloster. Der junge Mann beginnt ein Noviziat, während dem die Ordensgemeinschaft seinen Glauben prüft, bevor er das Gelübde ablegen und in den Orden eintreten darf. Andrea betritt eine Welt des Schweigens und des Gebets, die jedoch etwas Beunruhigendes hat. Jeder Blick, jedes Geräusch kann bereits eine Intrige bedeuten, denn die Novizen sind dazu angehalten, Schwächen der anderen sofort zu melden. Das Alltagsleben mit seinen Riten und Lektürestunden ist von ständiger Überwachung und nicht enden wollenden Befragungen gekennzeichnet.

  • Kritik

In seinem Film „Private“, für den er in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet wurde, beschrieb Saverio Costanzo das Alltagsleben einer Familie in einem abseits gelegenen, von israelischen Soldaten besetzten Haus. In seinem neuen Film hat sich der Regisseur nun darauf konzentriert, das Innere eines Systems zu zeigen, nämlich das nach außen abgeschottete Klosterleben einer Ordensgemeinschaft, das auf beinharter Ideologie und Erniedrigung basiert. Wie (warum?) macht man einen Film über einen (guten?) Einfall bzw. jenes Bild des Hamsterkäfigs, in dem nervöse oder depressive Hamster durch das Laufrad laufen?

Viele Fragen, aber nur wenige Antworten. Im Zentrum dieser Fragen steht Gott, einerseits, im Positiven, als das Ideal der Liebe, und andererseits, im Negativen, als Vorwand für Erniedrigungen. Costanzo vereint diesen Gewissenskonflikt in einem Gesicht, nämlich in dem seines Helden Andrea, dem Auffangbecken für alle Merkwürdigkeiten und alle Ängste, der mal wie ein Kind, mal wie ein Spion oder ein Gespenst durch das riesige venezianische Kloster irrt. Nach immer gleichem Muster öffnet und schließt der Novize Andrea die Türen, die ihm eigentlich verwehrt sind, er überschreitet Grenzen, versucht den Schmerz der Kirchenmänner zu verstehen, mit denen er lebt. Bereits in den ersten Szenen fühlt man eine vage Bedrohung, die die wie Ameisen wirkenden Männer in ihren schwarzen Kutten, stumm die Flure fegend oder betend, wie die viel zu hohen und viel zu weißen Mauern des Klosters zu erdrücken scheint.

Ein Schwachpunkt dieses Filmes sind die Wiederholungen, mit denen der Regisseur verzweifelt versucht, dem Zuschauer die Riten und das Leben in der Stille ohne eine einzige Spur Humor nahe zu bringen oder begreiflich zu machen. Und die anstrengende, um drei Klaviertöne kreisende Musik ist nicht gerade hilfreich bei diesem Unterfangen. Die Schauspieler leisten allesamt ihr Bestes: Mit geringsten Mitteln und nur durch das Zucken einer Augenbraue vermitteln sie ihre innerlichen Qualen. Dennoch ist es unmöglich, sich in die zu schematisch angelegte Erzählung wirklich hineinzufinden. Die einzige aufkommende Emotion ist Befremdlichkeit, ein Gefühl des Ausgeschlossenseins angesichts dieser abgeschlossenen Welt mit ihren Winkeln und Windungen. Ein Film über ein Leben außerhalb der Welt – doch der Zuschauer bleibt außerhalb des Films.

Delphine Valloire


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  • Biographie Saverio Costanzo

Geboren am 28.9.1975 in Rom. Er studierte Kommunikationswissenschaft und Soziologie an der römischen Universität La Sapienza und schloss das Studium 1998
mit einer Arbeit über Italo-Amerikaner in Brooklyn ab. Lebte zwei Jahre lang in New York, wo er einen Dokumentarfilm drehte und als Kameramann arbeitete. Sein Spielfilmdebüt PRIVATE über den israelischpalästinensischen Konflikt gewann 2004 u.a. den Goldenen Leoparden beim IFF Locarno.

Erstellt: 07-08-07
Letzte Änderung: 09-08-07