New York, in den 60er Jahren: Der neunjährige Calogero, Sohn italienischer Einwanderer, lebt mit seinen Eltern in der Bronx. Eines Tages wird der Junge Zeuge eines Mordes auf offener Straße. Beim Polizeiverhör deckt Calogero den Täter, eine lokale Mafiagröße namens Sonny, der ihm daraufhin einen Job als Laufbursche anbietet. Gegen den Willen des Vaters entwickelt sich zwischen Arbeitersohn und Mafiaboss eine ungewöhnliche, langanhaltende Freundschaft ...
Im Jahr 1960 genießt der neunjährige Italo-Amerikaner Calogero Agnello mit seinen Freunden den heißen Sommer in den Straßen der New Yorker Bronx. Sein Vater, ein allseits beliebter, hart arbeitender Busfahrer, ist stets darum bemüht, den Sohn von den dunklen Seiten des Viertels fernzuhalten. Doch die Stammkneipe der lokalen Mafiosi ist nicht weit und im Gegensatz zum Vater zeigt sich Calogero fasziniert von den elegant gekleideten, mächtig wirkenden Männern in ihren luxuriösen Wagen. Sein größtes Vorbild aus der Verbrecherbande ist Sonny, der Mafiaboss.
Eines Tages beobachtet Calogero, wie Sonny auf offener Straße einen Mann kaltblütig erschießt, doch bei der Gegenüberstellung auf der Polizeiwache deckt der Junge sein Idol. Im Gegenzug will Sonny ihn als seinen persönlichen Laufburschen engagieren, denn er wittert ein neues "Talent".
Calogeros Vater hingegen reagiert voller Zorn auf das unmoralische Jobangebot. Der rechtschaffene Arbeiter will seinen Sohn vor der Welt des organisierten Verbrechens schützen, weshalb er seinem Sohn den Umgang mit den gefährlichen Männern strikt verbietet. Dennoch reißt der Kontakt zwischen Calogero und Sonny nicht ab: Im Laufe der Jahre entwickelt sich eine Art freundschaftliche Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem alten Gangster und dem heranwachsenden Jungen.
Acht Jahre später: Aus dem kleinen Calogero ist ein gut aussehender Teenager geworden, der nach wie vor die meiste Zeit im Sommer mit seinen Freunden auf der Straße verbringt. Und noch immer steht der mittlerweile 17-jährige Calogero zwischen seinem leiblichen Vater und seinem väterlichen Freund, fühlt sich hin- und hergerissen zwischen den Verboten der wohlmeinend-strengen Autoritätsperson und den cleveren Ratschlägen seines Idols.
Als sich Calogero in seine dunkelhäutige Mitschülerin Jane verliebt, gerät er erneut in einen Gewissenskonflikt: Bei seinen Italo-Freunden sind alle Afro-Amerikaner zutiefst verhasst, und auch sein Vater zeigt sich nicht erfreut über die "Wahl" seines Sohnes. Der weltoffene Sonny hingegen ermutigt den Jungen, auf sein Herz zu hören. Doch bereits nach kurzer Zeit droht die Beziehung zwischen Jane und Calogero zu zerbrechen, als seine italienischstämmigen Freunde ein paar schwarze Kids brutal zusammenschlagen, mitunter Janes kleinen Bruder.
"In den Straßen der Bronx" markiert den Beginn der Regiekarriere des oscarprämierten Schauspielers Robert De Niro ("Taxi Driver", "Wie ein wilder Stier"). Sein viel beachtetes, humorvolles und zugleich tragisches Regiedebüt überzeugt durch eine hohe atmosphärische Dichte, geprägt von emotionalen Zwischentönen und einem Gespür für das Lebensgefühl der "Swinging Sixties". Doch trotz des sensibel-nostalgischen Blickwinkels werden die Schattenseiten jener Epoche - das extreme Sozialgefälle, die verstärkte Kriminalität und die eskalierenden Rassenkonflikte der 60er Jahre - in der Handlung nicht ausgespart. Die beiden Erzieher- und Vorbildfiguren Calogeros werden präzise und differenziert dargestellt, statt in hartem Schwarz-Weiß Licht gezeichnet. Neben De Niro in der Rolle des besorgten Familienvaters beeindrucken insbesondere die Schauspieler Lillo Brancato ("Mr. Bill") als jugendlicher Calogero sowie Chazz Palminteri ("Der Hochzeitstag"), der als Mafiaboss sowohl für die Verbrechen "in den Straßen der Bronx" als auch für das Drehbuch der einfühlsam erzählten Coming-of-Age Geschichte verantwortlich ist: Diese basiert auf Palminteris gefeiertem, gleichnamigen Theaterstück "A Bronx Tale".