Freitag, der 5. Februar 2010
Der rumänische Präsident Trajan Basescu hat angekündigt, dass er den USA sein Einverständnis gegeben hat, damit diese den Raketenabwehrschild auf seinem nationalen Territorium installieren, der ursprünglich in der Tschechischen Republik und Polen geplant war. Er hat hevorgehoben, dass diese Entscheidung nichts mit Russland zu tun hat, sondern mit „latenten Gefahren wie dem Iran“. Das System könnte ab 2015 verwendbar sein.
Währenddessen findet in München dieses Wochenende die alljährliche Konferenz zu weltweiten Verteidigungsfragen statt. Dieses Jahr könnte vor allem das von Russland vorgebrachte „14-Punkte Programm für ein europäisches Verteidigungssystem“ für Aufregung sorgen. Das Projekt Moskaus sieht unter anderem vor, ein Vetorecht einzuführen, bei dem ein europäischer Staat sich strategischen Entscheidungen widersetzen könnte, die „eine Gefahr für seine Sicherheit darstellen“. So wie beispielsweise der Raketenabwehrschild und der Beitritt der Ukraine zur NATO…
In Argentinen ist das Präsidentenpaar Nestor und Cristiana Kirchner der unrechtmäßigen Bereicherung angeklagt worden. Die Opposition wirft dem ehemaligen Präsidenten Nestor Kirchner unter anderem vor von den wirtschaftlichen Insiderinformationen seiner Frau Cristina, der derzeitigen Präsidentin Argentiniens, profitiert und damit Immobilienkäufe getätigt zu haben.
Treffen Sie heute auf lexpress.fr einen Mullah, der „nicht ganz so ist wie die anderen“. Ali Mohaqiq Nassab stammt aus Afghanistan und lebt als politischer Flüchtling in Frankreich. Der Journalist setzt sich aktiv für die Rechte der Frauen ein. In seiner Heimat hat er für sein Engagement ab 2005 Morddrohungen erhalten.
Der Softwareproduzent EA geht aufs Ganze: In seiner neuesten Produktion wird der Stoff von Dantes Inferno zum Videospiel verarbeitet. Und zeit.de sieht schon eine neue Ära für das literarische Weltkulturerbe herbeikommen.
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Donnerstag, der 4. Februar 2010
Die Fortsetzung der Seifenoper Obama-EU gab es heute Morgen in Washington: der spanische Premierminister José Luis Zapatero hat im Weißen Haus als Ehrengast am nationalen Frühstücksgebet teilgenommen, dieser eigenartigen politisch-religiösen Tradition, die seit den 50er Jahren gefeiert wird. Eine Gelegenheit für Zapatero um zu versuchen Obama davon zu überzeugen dieses Jahr doch noch nach Spanien zu kommen. Zum Beispiel bei einem kleinen Abstecher vom NATO-Gipfel, der im November in Lissabon stattfinden wird.
Nach den zahlreichen Kritiken der letzten Wochen hat die Kommission Barroso II vielleicht doch noch ihren Star gefunden: Kristalina Georgieva, ehemalige Vizepräsidentin der Weltbank und nun neue EU-Kommissarin für Entwicklung. Sie wurde als Ersatz für ihre bulgarische Landsmännin Rumiana Jeleva angestellt und von den Parlamentsabgeordneten aller Fraktionen als „besonders elegant und kompetent“ eingestuft.
Wir kannten ja schon Wladimir Putin für seine Auftritte in russischen Popvideos, die seinem Personalkult dienen sollten. Doch seit einiger Zeit mag der mächtigste Premierminister der Welt seine Popstars am liebsten in seiner eigenen Partei. So sind schon einige von ihnen Parlamentsabgeordnete in der Duma geworden. Sein neuester Schützling : Nikolai Rastorguew, der berühmte Sänger der Band Ljube.
Der Oppositionsführer Anwar Ibrahim ist in Malaysia der Homosexualität angeklagt worden. In diesem konservativen muslimischen Land drohen ihm bis zu zwanzig Jahre haft, falls er der „Sodomie“ schuldig gesprochen wird. Doch es kann noch einen anderen Grund für seinen Prozess geben, denn Anwar wird bereits zum zweiten Mal der Homosexualität angeklagt. Zahlreiche Beobachter sprechen schon von einem Manöver der Regierungskoalition, welche Malaysia seit der Unabhängigkeit ohne Unterbrechung regiert.
Ist das goldene Zeitalter der social networks vielleicht schon wieder vorbei? Einer Studie der Agentur The Cocktail Analysis nach zu urteilen besitzen zwar zumindest 81 % der User ein Konto in solchen Netzwerken. Doch 45 % dieser Konten wurden schon seit Monaten nicht mehr verwendet.
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Mittwoch, der 3. Februar 2010
Barack Obama wird nicht am USA-EU-Gipfel teilnehmen, der ursprünglich Ende Mai in Madrid geplant war. Liegt es an der unübersichtlichen institutionellen Situation der EU, dem Gewichtsverlust Europas auf der internationalen Bühne zugunsten Asiens oder daran, dass Obamas internationalistische Politik von den Realitäten der amerikanischen Innenpolitik eingeholt wurde? Jedenfalls bemerkt die US-Presse bereits, dass Europa stark über diesen Gesichtsverlust verstimmt ist. Und vor allem für die spanische Ratspräsidentschaft und Premierminister Zapatero, dessen Umfragewerte ohnehin schon im Keller liegen, ist diese Absage natürlich ein herber Rückschlag. Doch was soll’s, meint Financial Times ironisch, die europäischen Spitzenpolitiker werden ohnehin wieder versuchen, das Ganze herunterzuspielen.
Österreich feiert heute zehn Jahre jene Sanktionen, welche die EU Anfang Februar 2000 über das Land verhängt hatte, nachdem die konservative Österreichische Volkspartei (ÖVP) beschlossen hatte, mit der rechtsradikalen FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) des mittlerweile verstorbenen Populisten Jörg Haider zu koalieren. Die Zeitung Der Standard nimmt dies zum Anlass, um von den „guten Seiten der Sanktionen“ zu sprechen und „mehr Einmischung der EU in die Angelegenheiten der Nationalstaaten“ zu fordern.
In Großbritannien ist eine Debatte über Euthanasie entbrannt. Der berühmte Science-Fiction-Schriftsteller Terry Pratchet hat in der BBC nun öffentlich über sein Alzheimer-Leiden und die Legitimität von Sterbehilfe gesprochen. Die Briten sind ihrerseits schon zu 80 % für das Recht auf Sterbehilfe.
Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma ist Anfang der Woche Vater geworden… und das zum 20. Mal! Sein jüngstes Kind ist das Resultat einer außerehelichen Beziehung zur Tochter eines seiner besten Freunde. Doch Zumas Nachkommenschaft stellt ein soziales Problem dar: In einem der vom HIV-Virus am stärksten betroffenen Länder der Welt fordern nun zahlreiche Stimme den Abtritt eines Präsidenten, der sich wiederholt gegen die Verwendung des Kondoms ausgesprochen hat.
Und wenn Karl der Große nie existiert hat? Der deutsche Historiker Heribert Illig stellt fest, dass über einen Zeitraum von etwa 300 Jahren im europäischen Mittelalter keinerlei zeitgenössische und authentische Dokumente existieren. Seiner Meinung nach ist der Kaiser Karl (der Große) eine politisch motivierte Erfindung späterer Herrscher.
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Dienstag, der 2. Februar 2010
Die französische Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot hat heute erklärt, sie wolle „alles daran setzen“, um die Sexualerziehung in Frankreichs Schulen voranzutreiben und dadurch verfrühte Schwangerschaften zu vermeiden. Gleichzeitig sorgt gerade ein Animationsfilm für Aufregung, der Homosexualität Kindern von 9 bis 11 Jahren erklären soll. Und das noch vor seiner Fertigstellung.
Silvio Berlusconi ist derzeit auf einer dreitätigen Tournee in Israel. Hier hat der italienische Premierminister auch seinem israelischen Konterpart Benjamin Netanjahu von seinem „größten Traum“ erzählt: „Israel soll eines Tages der Europäischen Union beitreten.“ Die Antwort Netanjahu: „Italien ist der beste Freund Israels.“ Eigentlich scheinen die beiden Männer in allem übereinzustimmen. Während Netanjahu beispielsweise den Iran als „blutrünstiges Regime“ bezeichnete, verglich Berlusconi den iranischen Präsidenten Ahmadinejad mit Hitler…
„5th Pilar“, eine indische Initiative zur Bekämpfung von Korruption, hat nun eine einfallsreiche Kampagne gestartet: In den letzten Wochen wurden Null- Rupien-Scheine mit dem Konterfei Mahatma Gandhis ausgestellt, die betroffene Personen all jenen Beamten in die Hand drücken sollen, die für einen Gefallen das traditionelle „Scheinchen“ wollen. Laut der Organisation sind bereits mehr als eine Millionen falsche Null-Rupien-Scheine in Umlauf.
Da der Streit zwischen Google und China immer noch nicht geregelt ist, haben sich chinesische User nun daran gemacht, eine Alternative zu finden. So wurde Goojje geboren, der erste rein chinesische Suchmotor, der auf einem Google-ähnlichen Algorithmus basiert. Nun bleibt abzuwarten, ob China auch nicht bald noch einen Prozess fürs Plagieren am Hals haben wird.
Sie mochten den Da Vinci Code und Das verlorene Symbol? Dann werden sie folgenden Artikel auf sueddeutsche.de lieben. Hier finden Sie nämlich alles zu den interessantesten Codes der Weltgeschichte.
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Montag, 1. Februar 2010
Die Rentenreform ist zurzeit in Frankreich im Zentrum zahlreicher Debatten. Während sich die französische Regierung dazu aufmacht, das offizielle Rentenalter auf 61 oder 62 Jahren anzuheben, spricht man auf der anderen Seite der Pyrenäen aber schon von 67 Jahren. Der spanische Premierminister José Luis Zapatero hat dieses Wochenende einen dementsprechenden Vorschlag gemacht – und ist prompt auf den Widerstand seiner eigenen Partei und der Gewerkschaften gestoßen.
Der Kleinkrieg zwischen dem türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan und Nicolas Sarkozy geht in die nächste Runde. Als ein Journalist ihn dieses Wochenende in Istanbul auf das kategorische Nein des französischen Präsidenten zum EU-Beitritt der Türkei ansprach, erwiderte Erdogan nur: „Herr Sarkozy sagt manchmal Sachen, die weder Hand noch Fuß haben.“
Nach mehr als einem Jahr Weltwirtschaftskrise geht es nun endlich (vielleicht) langsam wieder bergauf. So lange wollten die Banken aber nicht warten – und verteilen wieder munter Boni. Die Investmentbank Goldman Sachs zum Beispiel könnte ihrem Vorstandsvorsitzenden Lloyd Blankfein laut Angaben der Konkurrenz einen Bonus von bis zu 100 Millionen Dollar auszahlen. 2007 hatte Blankfein bereits 67,9 Millionen Dollar erhalten.
zeit.de hat einen überaus polemischen Artikel zu einem der großen Tabus der internationalen Politik veröffentlicht: Und wenn wir lernen würden mit der iranischen Bombe zu leben? Denn ein Iran mit Nuklearsprengköpfen wäre „kaum gefährlicher als Nordkorea, Israel oder die USA“, meint der Historiker Martin van Creveld.
Und zu guter Letzt zeigt Foreign Policy heute eine Fotoreportage zum afghanischen Nationalsport, dem Buzkaschi. Es handelt sich um eine Form von Polo. Nur dass es kein wirkliches Spielfeld gibt. Und der „Ball“ aus einem Ziegenkopf hergestellt wird. Doch dem Erfolgsrezept dieses seit Jahrhunderten beliebten Sports hat dies keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Er existiert in zahlreichen anderen Ländern Zentralasiens, wie zum Beispiel Usbekistan oder Kirgisistan, wo er Kok-Boru heißt und bereits im Heldenepos Manas erwähnt wird (das längste Gedicht der Welt).








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