Studiogast
Zu Gast im Studio ist der Philosophieprofessor Paul Mathias, einer der ersten Wissenschaftler, die sich in Frankreich mit den möglichen Auswirkungen der Internet-revolution auseinander setzten. (Veröffentlichungen: „La cité Internet“, Presses de Sciences-Po, 1997.)
- Reportagen
Frankreich: Aziz Ridouan, 18 Jahre, MP3-GenerationJournalist: Anne Richard
Der Gymnasiast Aziz Ridouan ist in Frankreich eine Berühmtheit, seit er sich in die Debatte über die Richtlinie zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft eingemischt hat. Der damals 17-Jährige forderte vom Medienkonzern Vivendi Universal das generelle Recht auf kostenloses und uneingeschränktes Downloaden von Musikdateien und Clips. Später gründete er im Internet einen Verein zur Unterstützung aller Internetnutzer, die sich wegen illegalen Downloadens vor der Justiz zu verantworten haben. Aziz Ridouan wurde zum Symbol einer Generation, die sich für ihre Interessen einsetzt und in der Lage ist, Älteren die Tragweite der digitalen Revolution begreiflich zu machen. Aziz, der inzwischen zum Polit-Star avancierte, unterstützt im französischen Präsidentschaftswahlkampf die sozialistische Herausforderin Ségolène Royal.
Schweden: LunarStorm, eine virtuelle Community mit 1,3 Millionen Mitgliedern Journalist: Benoit Raïo de San Lazaro
Der typische LunarStorm User ist zwischen 10 und 25 Jahre alt, mit dem Internet aufgewachsen und verbringt täglich mehrere Stunden im LunarStorm-Chatroom. In dieser virtuellen Welt kann er freimütig mit Gleichgesinnten chatten, ohne ihnen je gegenüberzustehen. Ist dies nur das typische Verhalten schüchterner Jugendlicher oder die Lebensart der neuen Generation? Die meisten schwedischen Schüler haben einen LunarStorm-Account. Laut Aussage der Betreiber nutzen über 10 % der schwedischen Bevölkerung und 80 % der Jugendlichen die Plattform. Das ist in Europa einzigartig. Und die Selbstkontrolle funktioniert. Lehrer chatten mit ihren Schülern und leisten Hausaugabenhilfe via Internet, Seelsorger beraten Jugendliche online und unterhalten sich mit ihnen über ihre Zweifel und Fragen, und IT-Fachleute überwachen den Inhalt der Mails.
Großbritannien: Computergames ja, aber mit sinnvollem LerneffektJournalist: Benoit Raïo de San Lazaro
Junge Menschen werden mit Computerspielen groß. Von frühester Jugend an lernen sie mit dem Joystick umzugehen und das oft mit atemberaubender Fertigkeit. Wirtschaft und Wissenschaft haben den Sinn der Computerspiele nun auch für sich entdeckt. Heute sind bereits Spiele auf dem Markt, mit denen man lernen kann, wie ein Unternehmen geführt wird. Andere vermitteln Management-, Finanz- oder Marketingtechniken. Das neu gegründete „Serious Games Institute“ der britischen Universität Coventry entwickelt gemeinsam mit Privatfirmen solche Spiele. Ziel ist, die virtuelle Welt der Spiele für Lernzwecke zu erschließen. Die britische Army hat bereits ein eigenes Schulungs- und Trainingsspiel entwickelt.






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