Andy Bichlbaum: "Das verstehe ich auch nicht so genau. Deswegen informiere ich mich zur Zeit über neue Taktiken. Manchmal - aber das passiert eigentlich nur selten - werden rechtliche Schritte gegen uns eingeleitet. Meistens bleibt es bei Drohungen. Und genau das ist es ja, was wir provozieren wollen."Wie sich die zwei Aktivisten in Schlips und Krawatte Zutritt zu den heiligen Orten des Ultra-Liberalismus verschaffen, haben sie in ihrem Film "The Yes Men" dokumentiert. Andy Bischlbaum ist von Beruf Programmierer. Einer seiner ersten Streiche war, harte Macho Fighter in Video-Spielen durch küssende Männer zu ersetzen. Zur selben Zeit manipulierte Mike Bonnano sprechende Spielzeug Puppen, die er in die Regale der Supermärkte schmuggelte. Die "Yes Men" hoffen, dass ihr Fun-Aktivismus Schule macht.
Andy Bichlbaum: "Der Film soll vor allen Dingen zeigen, dass wir ganz normale Typen sind, nicht anders als der Durchschnitts-Bürger. Wir haben kein besonderes Talent, unsere Aktionen könnte jeder X-Beliebige durchziehen. Wenn alle es so machen würden, wie wir, dann gäbe es, glaube ich, einige Überraschungen. "
Bei einer Live-Sendung der BBC, Ende 2004, gibt sich Andy als Sprecher des Chemiekonzerns Dow Chemical aus. Obwohl das Unternehmen eine Verwicklung in die Katastrophe von Bhopal leugnet, die 84 über 20.000 Menschen tötete, verkündet Andy fresch, dass Dow die Opfer entschädigen wird. Am selben Tag verliert der Konzern drei Milliarden Dollar an Aktienwert.
Andy Bichlbaum: "In England wurden wir in der Presse nieder gemacht, weil wir falsche Hoffnungen geweckt hatten. Mit Recht. Diese Folgen hatten wir nämlich nicht bedacht, das wurde uns erst danach klar. Ein paar Wochen später haben wir aber Aktivisten getroffen, die vor Ort, in Bhopal, agieren. Und die fanden unsere Aktion super, weil das Thema jetzt wieder in den Köpfen der Menschen ist. Außerdem hat sie bei „Dow“ eine regelrechte Panik ausgelöst."
>> Offizielle Website der Yes Men
>> Die gefakte Homepage von Dow Chemical
>> Die gefakte Homepage von GATT
>> Der Film
>> Kritik des Films
Der Film
The Yes Men
Regisseur: Dan Ollman, Sarah Price
Genre: Dokumentarfilm
Die Yes Men sind eine weltweit agierende Künstlergruppe, die sich als Vertreter von supranationalen Organisationen (WTO) und transnational agierenden Konzernen auf Konferenzen und in den Massenmedien (CNN, NBC, BBC) repräsentieren. Sie verkünden bei diesen Gelegenheiten absurde Inhalte – und werden dennoch Ernst genommen. Der Film dokumentiert die Aktivitäten der Yes Men bei verschiedenen Gelegenheiten über einen Zeitraum von vier Jahren.
......................................................................
TRACKS
Donnerstag, den 28. April um 23.50 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 30.04 um 17.50 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
.......................................................................







per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

