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Das internationale Nachrichtenmagazin. Jeden Samstag um 18.20 Uhr. Im Wechsel moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen.

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ARTE Reportage - Samstag, 27. Oktober 2007 um 19.00 Uhr - 13/02/09

Interview mit Brahim Yadel, ex-Häftling in Guantanamo

Von Laurent Cibien, September 2007


Der 36jährige in Aubervilliers geborene Brahim Yadel wurde im November 2001 von der Nord-Allianz in Afghanistan festgenommen, er hatte versucht, die Grenze nach Pakistan zu passieren. Gegen eine Belohnung wurde der Gefangene den amerikanischen Streitkräften übergeben. Am 22. Januar 2002 traf Yadel im Gefangenenlager von Guantanamo ein. Insgesamt wurden sieben Franzosen im Lager verhört. Im Juli 2004 wurde Yadel französischen Behörden übergeben und nach einem zweijährigen Gefägnisaufenthalt im Sommer 2006 wieder auf freien Fuss gesetzt.


Ende der 90er Jahre trat Brahim Yadel zum Islam über, er besuchte regelmässig die Moschee in der JP- Timbaud-Strasse, zusammen mit anderen Muslimen wurde er 1998, kurz vor dem Beginn der Fussballweltmeisterschaft festgenommen. Obwohl nichts gegen die Gruppe vorlag, wurden die Männer unter richterliche Aufsicht gestellt. Im März 2000 konnte er sich dennoch absetzen, um in einem Al Qaida-Lager in Afghanistan den Umgang mit Waffen zu lernen. In seinem Prozess hatte er ausgesagt, in diesem Camp auch Ben Laden gesehen zu haben, dessen Ideologie er niemals geteilt habe. Ihm sei es lediglich um die militärische Grundausbildung gegangen. Den Kriegswirren in Afghanistan will er sich durch eine Flucht nach Pakistan entgehen. Bei Tora-Bora, dem einzig möglichen Grenzübergang wird er am Rücken verlezt, von Männern der Nord-Allianz gefangen genommen und gegen Lösegeld an die Amerikaner übergeben.Nach seiner Zeit in Guantanamo ist Yadel der einzige Franzose, der zu einer zweijährigen Gefägnisstrafe verurteilt wird, weil er sich im Frühjahr 2000 der richterlichen Kontrolle in Frankreich entzogen hatte. Die Richter verurteilten ihn in Paris wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung in Zusammenhang mit terroristischen Anschlägen. Die ursprüngliche Strafe von fünf Jahren ( davon vier Jahre mit Bewährung ) wurde in zwei Jahre ohne Bewährung abgeändert, nachdem dem Gericht bekannt geworden war, dass Beamte des französischen Geheimdienstes Brahim Yadel bereits in Guantanamo verhört hatten.

DIE HAFTBEDINGUNGEN
Als wir ins erste Gefangenenlager, nach X Ray, kamen, waren wir die ersten Gefangenen dort. Es war sehr hart für uns. Ich gebe Ihnen ein konkretes Beispiel: Wir wurden in einen Käfig gesperrt und mussten alle in der Mitte sitzen bleiben...
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DAS VERHÄLTNIS ZUM WACHPERSONAL
Wir haben gleich gemerkt, dass die Wärter, genau gebrieft worden waren, bevor sie ins Lager kamen, um hier zu arbeiten. Für sie war klar; sie hatten es mit den Auftraggebern der Anschläge von New York zu tun, mit gefährlichen Terroristen, mit Fundamentalisten, Barbaren...
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GEWALT
Es gab körperliche Gewalt, Prügel, Fußtritte, Fausthiebe; das ist das, was ich gesehen habe. Ich selbst war nie davon betroffen. Außer bei Streitereien unter den Häftlingen, wurde ich nie geschlagen. In Guantanamo wurde ich von den Wärtern nicht geschlagen...
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GEFANGENENAUSTAND
In X-Ray gab es nur einmal den Versuch eines Aufstandes und zwar in Form eines Hungerstreiks. Im Lager gab es eine feste Regel: jedes Mal, wenn ein Gefangener zum Verhör geholt oder auf die Krankenstation gebracht wurde, wurde die Zelle durchsucht...
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DIE VERHÖRE
Die Verhöre spielten eine zentrale Rolle in Guantanamo. Diejenigen, die die Verhöre führten, Zivile oder Militärs, hatten die wirkliche Macht über die Gefangenen. Sie entschieden, aufgrund der Verhöre, ob ein Gefangener in eine andere Zelle kam, ob er besser oder schlechter behandelt wurde...
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DAS ESSEN
Am Anfang war es hart, vor allem, was die Menge angeht. Wir bekamen nur sehr wenig zu essen. Das Essen kam morgens, mittags und abends zu festen Zeiten...
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DIE RELIGION
Die religiösen Gewohnheiten wurden einigermaßen respektiert; aber dafür hatten die Gefangenen lange gekämpft. Es hatte in X-Ray einen ersten Hungerstreik gegeben, weil die Wärter den Koran und die Gebete nicht respektierten...
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DIE FOLGEN
Natürlich hat das Folgen und hinterlässt Spuren. Wir sind zurück in Frankreich, aber die französische Justiz hat noch kein Urteil gesprochen...
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samstags um 19.00 Uhr
Wiederholung sonntags um 12.00 Uhr
und donnerstags um 08.50 Uhr

Erstellt: 25-10-07
Letzte Änderung: 13-02-09