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17/08/09

Interview mit Mira Nair

Auszug aus einem Interview mit Mira Neir für „Le Courier de l’UNESCO“


Über die Sexualität in "Kama Sutra":

„Ich habe die Sexualität nicht hinter Schleiern oder Tänzen verborgen. Die indischen kommerziellen Filme sind gespickt mit sexuellen Anspielungen und schlüpfrigen Liedern. Genau genommen, erscheint die Sexualität in den indischen Filmen immer unter der Maske von Gewalt und Vergewaltigung. Mit meinem Film wollte ich nicht schockieren, sondern ohne Umschweife die Geschichte erzählen. Die Ironie besteht darin, dass wir einer Kultur entstammen, in der Liebe und Sexualität eine Verbindung zum Göttlichen darstellen. Die Liebe ist eine Kunst, die es zu studieren gilt und die zugleich als etwas Alltägliches zu betrachten ist.“

Über die Strafverfolgungen und ihre Situation als Filmemacherin:

„Alle Filme mit sexuellem Inhalt rufen die Zensur auf den Plan. Aber die Schwierigkeiten, die eine Frau in diesem Beruf hat, können Sie sich gar nicht vorstellen. Ich bin schon in alle möglichen Rechtshändel mit dem Zensurausschuss und der indischen Regierung verwickelt worden und habe schließlich erfahren, dass ich umso schärfer angegriffen wurde, weil ich eine Frau bin.

Über den Erfolg dieses Projekts:

Dieses ehrgeizige Projekt ist zum Problem für mich geworden, aber das war auch sehr lehrreich für mich. Hinsichtlich der visuellen und sinnlichen Qualitäten von „Kama Sutra“ habe ich mein Ziel erreicht, aber ich glaube, die Geschichte hat etwas gelitten.


Das vollständige Interview finden Sie in französischer Sprachfassung auf der Seite der Unesco.

Erstellt: 17-08-09
Letzte Änderung: 17-08-09