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Cannes 2008

Verfolgen Sie auf ARTE und arte.tv das Geschehen rund um das weltweit bedeutendste und glamouröseste Filmfestival!

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Cannes 2008

Cannes 2008 - 29/08/08

Interview mit Richard Bellia

Der Rock-Fotograf Richard Bellia begleitet seit drei Jahren für ARTE.TV das Filmfestival in Cannes mit einem Foto-Blog. Ein schonungslos offenes Gespräch mit dem Künstler vor dem Start von Cannes 2008.

Was gibt es Neues seit Ihrem letzten Ausflug in die Welt des Kinos mit ARTE auf der Berlinale?
Richard Bellia: Ich habe ein Buch veröffentlicht. Es heißt „Un Œil sur la Musique“ (Ein Auge auf die Musik geworfen) und zeigt Fotos aus 25 Jahren rund um die Musik. Es kommt sehr gut an, und das freut mich riesig.

Wie fühlen Sie sich, kurz bevor die Arbeit mit dem Fotoapparat beim Festival in Cannes wieder losgeht?
R. B.: Mir geht’s prima, danke der Nachfrage.

Leute vom Film zu fotografieren - ist das besser oder schlechter als Fotos von Musikern zu schießen?
R. B.: Viel schlimmer natürlich. Die meisten Musiker haben keinen Bock darauf, sich fotografieren zu lassen. Das macht die Arbeit zur interessanten Herausforderung. In der Filmwelt dagegen wollen alle sooooo gerne fotografiert werden - dass ich den Verdacht habe, die stopfen sich schon mit Antidepressionspillen voll, sobald einen Monat lang keiner mehr ein Foto von ihnen haben will! Da wird die Arbeit für einen Fotografen schnell zur Tortur! Cannes, das ist ein permanentes Schaulaufen von Typen in Smoking, die ständig in die Gegend lächeln, ohne dass man genau weiß, warum.

Wie ist das Festival von Cannes im Vergleich zur Berlinale?
R. B.: In Cannes isst man besser und man trinkt mehr.

ARTE in Cannes – woran denkt man da?
R. B.: An einen Betriebsausflug von schick angezogenen Typen.

Mögen Sie das Kino eigentlich – und wenn ja welche Art von Filmen?
R. B.: Das Allerschlimmste sind für mich Filme aus der Kategorie „Belehrkino“.

Wie gefällt Ihnen das Plakat zu Cannes 2008 (eine Hommage an David Lynch von Pierre Collier)?
R. B.: Ich finde es sehr gelungen.

Was erwarten Sie sich diesmal Besonderes vom Festival in Cannes?
R. B.: Es besteht die Chance, dass die amerikanische Pop-Ikone Madonna nach Cannes kommt, um einen Dokumentarfilm vorzustellen. Was dann vor den berühmten roten Treppenstufen los sein wird, kann man sich lebhaft vorstellen! Die Bevölkerung von Cannes besteht ja bekanntlich mehrheitlich aus älteren Damen, die sich wie Teenager anziehen. Wenn nun tatsächlich die Schutzpatronin des dezidiert schlechten Geschmacks den Damen von Cannes ihre offizielle Aufwartung macht – das könnte ein absoluter Höhepunkt werden!

Jury-Präsident 2008 ist Sean Penn – was fällt Ihnen dazu ein?
R. B.: Nichts.

„Indiana Jones 4“ von Spielberg wird der offizielle Eröffnungsfilm des Festivals sein. Ein Film, der Sie interessiert?
R. B.: Wenn ich keine Einladung bekomme, klettere ich aufs Dach und schwinge mich an meinem Lasso in den Saal hinunter.

Wie man hört, werden Sie in diesem Jahr sogar auf dem ARTE-Schiff als DJ auftreten …
R. B.: Ja, brauchen Sie noch Einladungen?

Sagen die Leute, die sie fotografiert haben, eigentlich hinterher danke?
R. B.: Nein, ich bedanke mich bei ihnen, weil sie mir ein bisschen von ihrer Zeit geopfert haben.


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Erstellt: 09-05-08
Letzte Änderung: 29-08-08