Michel Laclotte, ehemaliger Direktor und Ehrenpräsident des Musée du Louvre, stellvertretender Präsident des Institut National d’Histoire de l’art und Direktor der Sammlung "Marksteine europäischer Kulturgeschichte" ist Experte für italienische Malerei. Aufgrund dessen wirkte er als Berater bei der Entstehung des Films "Venedig, 1575" von Jean-Loïc Portron mit.
Warum ist diese Dokumentation im Venedig des 16. Jahrhunderts angesiedelt? Nach welchen Kriterien wurden die Maler und ihre Werke ausgewählt?Venedig war im Laufe seiner Geschichte oft ein Zentrum künstlerischen Schaffens. Doch alle konnten wir nicht berücksichtigen. Immerhin geht es um viele Gemälde, Architektur und Skulpturen. Deshalb mussten wir eine Auswahl treffen und uns festlegen!... Weiter lesen
Venedig, 1575 (Real video, 2'46" - franz. Originalfassung)
Tizian, Tintoretto und Veronese. Können Sie uns in wenigen Worten die jeweiligen Eigenarten dieser drei Maler schildern? Sie unterscheiden sich sehr voneinander. Alle drei malten zwar in der Tradition der venezianischen Malschule, doch Tizian war deutlich älter als die beiden anderen. Tizian galt zu seinen Lebzeiten als der größte Maler Europas. Die beiden anderen, Tintoretto und Veronese, sind deutlich jünger. Doch beide sind stark von Tizian beeinflusst... Weiter lesen
Tizian (Real video, 2'53" - franz. Originalfassung)
Tintoretto und Veronese (Real video, 2'19" - franz. Originalfassung)
Im Film wird wenig darüber gesprochen, doch das Venedig des 16. Jahrhunderts war vor allem auch wegen seiner lockeren Sitten und ausschweifenden Lebensart berühmt. Die gleichen Kaufleute, die sich als ehrenwerte Herren porträtieren ließen, gaben auch erotische Werke in Auftrag. Können Sie uns etwas über die erotische Malerei dieser Epoche erzählen?Dem Akt, vor allem dem weiblichen, fällt in der venezianischen Schule eine sehr große Bedeutung zu. Man könnte sogar sagen, dass die venezianische Schule die körperlich-fleischlichste Darstellung des weiblichen Körpers hervorgebracht hat... Weiter lesen
Der Akt (Real video, 3'48" - franz. Originalfassung)
Das Talent dieser Maler, die den Umgang mit Farben meisterlich beherrschten, wurde zu ihren Lebzeiten nicht immer gewürdigt. Farbige Gemälde standen in dem Ruf, „weniger edel“ zu sein als Zeichnungen. Maler der venezianischen Schule mussten sich gegen dieses Vorurteil behaupten und wurden lange Zeit nicht richtig gewürdigt. Ab wann hat sich das geändert?Am Anfang stand die Rivalität zwischen Florenz und Venedig. Neu bei den venezianischen Malern ist das Spiel mit Farbtönen und Farbnuancen. Die Farben vibrieren, spiegeln das Licht... Weiter lesen
Rivalität Florenz - Venedig (Real video, 2'37" - franz. Originalfassung)
Was können Sie uns über die historischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten im Venedig des ausklingenden 16. Jahrhunderts sagen? Le contexte historique est très important. Il y a d’une part l’ambiance générale de la Contre-Réforme, c’est le point religieux, historiquement la fameuse bataille de Lépante et à cela s’ajoutent deux évènements très forts : Le premier, tragique, qui est la peste dans les années 1574-76, puis un autre événement, tragique aussi sur le plan artistique, c’est l’incendie du Palais Ducal.... Weiter lesen
Historischer Kontext (Real video, 2'16" - franz. Originalfassung)Interview: Sabine Lange (am 30.03.2006)
Kamera und Schnitt: Hugues Hariche






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