Zum Anhören:
Number One
Take Off And Land
RoseManu Katché war längst durch Aufnahmen mit Peter Gabriel, Sting und Joni Mitchell ein gefragter Studiomusiker der Pop- und Rockmusik, als er von Manfred Eicher angesprochen wurde. Dem ECM-Labelbetreiber und Jazz-Produzenten stach die dynamische Rhythmik des afrofranzösischen Musikers ins Auge und er überredete ihn erstmals 1988, bei einem Konzert mit dem indischen Geiger Shankar und dem norwegischen Saxophonisten Jan Garbarek zu improvisieren.
Seitdem bestehen enge Bande zwischen Garbarek und Katché, dessen Schlagzeugspiel er als eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen zu schätzen weiß. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Saxophonist nun wiederum auf Katchés zweitem Album mitwirkt. Überhaupt schöpfen die Stücke auf „Neighbourhood“ den Großteil ihrer Energie aus den zum Teil vertrauten als auch neuen Musikerkonstellationen. Denn der polnische Trompeter Tomasz Stanko ist wiederum ein treuer Wegbegleiter des Norwegers und hat seinen langjährigen Pianisten Marcin Wasilewski und Kontrabassisten Slawomir Kurkiewicz mitgebracht, deren organisches Zusammenspiel dem Hörer nur eines der vielen Höhepunkte des Albums beschert. Allein Katchés anmutiges und gleichzeitig komplexes Spiel, dessen Rhythmuspattern sich leichtfüßig innerhalb der Improvisationen Garbareks und Stankos bewegen und die er im entscheidenden Moment minimal zu verändern weiß, um kurze aber prägnante Akzente zu setzen, gilt es immer wieder aufs neue zu entdecken. Katché verleiht den größtenteils ruhigen Stücken eine solide und zugleich energetische Grundstimmung, die den restlichen Musikern viel Raum für Phrasierungen lässt. Aber vor allem ist es eine Einladung an sie, sich von seinen repetierenden Pattern treiben zu lassen und sich ganz dem Fluss ihrer gemeinsamen synergetischen Improvisationen hinzugeben.
Matthias Schneider









per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

