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11/02/09

Iran: Die Geburt einer islamischen Republik

Die Islamische Revolution von 1979 veränderte das Bild des Irans radikal. Eine Zusammenfassung des historischen Kontexts dieser Krise.

Iran, Ende der Siebzigerjahre. Die Proteste der Bevölkerung sind in vollem Gange. Korruption, überbevölkerte Städte, Verschlechterung der Lebensbedingungen: Die Bevölkerung leidet unter dem autoritären Regime des letzten Schahs, Mohammad Reza Pahlavi. Der SAVAK, der berüchtigte Geheimdienst des Schahs, scheut nicht davor zurück, Oppositionelle im Gefängnis zu foltern und Demonstranten zu töten.

Zahlreiche Gegenbewegungen bilden sich. Die Proteste kulminieren am 8. September 1978. Dieser Tag sollte als „Schwarzer Freitag“ in die Geschichte eingehen. Auf einer Großdemonstration setzen die Polizeikräfte Panzer, Hubschrauber und Waffen gegen die Demonstranten ein. Hunderte sterben. Daraufhin kommt es zu einem Generalstreik, der die Produktion zum Stillstand bringt, Öltanker im Hafen festhält und so die Wirtschaft lahmlegt. Die Revolution beginnt sich abzuzeichnen.

Die „Weiße Revolution“ des Schahs Mohammad Reza Pahlavi
Welche Ereignisse der vorangegangenen Jahre führten zur „Weißen Revolution“ im Iran? Im Jahr 1953 wird Mohammad Reza Pahlavi als Schah wiedereingesetzt. Er plant die Durchführung von Reformen, die sogenannte „Weiße Revolution“.
Der Mann, der sich „König der Könige“ und „Licht der Arier“ nennen lässt, will unter anderem eine Umverteilung des Ackerlands durchsetzen und Frauen das Wahlrecht gewähren. Dieses Programm stößt natürlich auf den Widerstand von reichen Großgrundbesitzern und Geistlichen, nicht zuletzt, weil der Schah von westlichen Ländern wie den USA und Großbritannien unterstützt wird, die am iranischen Ölreichtum interessiert sind.

Im weiteren Verlauf der Reformen macht sich der „König der Könige“ den Klerus zum Feind. Ayatollah Khomeini, einer der radikalsten Geistlichen, hält 1963 eine Hetzrede gegen die Regierung, in der er die Korruption anprangert und dem Regime vorwirft, heimlich mit Israel zusammenzuarbeiten. Der spirituelle Führer des Widerstands gegen den Schah wird verhaftet und ein Jahr später des Landes verwiesen. Er verbringt sein Exil zunächst im Irak und später in Frankreich.

Khomeinis Aufstieg zur Macht
Mohammad Reza Pahlavi wird immer unbeliebter. Seine Gegner schließen sich in unterschiedlichen Bewegungen zusammen, darunter die Nationale Front, ein Zusammenschluss nationalistischer Parteien, die revolutionär-marxistischen Volksmudschaheddin und die kommunistische Tudeh-Partei. Einige führen einen bewaffneten Kampf, andere organisieren Hungerstreiks in den Gefängnissen.

Die Intellektuellen ergreifen 1977 die Initiative, der „Teheraner Frühling“ beginnt. Polizeiliche Repressalien sind weniger spürbar. Die Iraner profitieren von der Wahl Jimmy Carters zum Präsidenten der USA, der im Iran seine neue Politik zur Förderung der Menschenrechte durchsetzen will.

Ende des Jahres 1978 ernennt der Schah Schapur Bachtiar zum Premierminister. Dieser rät dem an Krebs erkrankten Schah, den Iran zu verlassen. Ayatollah Khomeini nutzt die Gelegenheit und kehrt am 1. Februar 1979 in den Iran zurück. Zehn Tage später ergreift er die Macht. Statt der erhofften partizipatorischen Demokratie errichtet der Ayatollah jedoch eine islamische Republik. Er setzt dieselben repressiven Methoden ein, die auch schon unter dem Schahregime angeprangert worden waren.

Carine Feix

Erstellt: Tue Feb 03 12:00:00 CET 2009
Letzte Änderung: Wed Feb 11 18:33:44 CET 2009