Man trifft sich in Venedig. Am Lido die Cineasten, in den Giardini die Architektur-Elite der Welt und demnächst – ebendort - wieder Kunsttouristen aus aller Welt, zur Biennale.
Venedig, überhaupt das ganze „Bel Paese“ gibt immer wieder eine gute Kulisse für Kreative ab und ist Bühne für Kunstliebhaber aus der ganzen Welt. Die betrat vor drei Jahren auch der französische Multimillionär Francois Pinault, pachtete hier den Palazzo Grassi, zieht demnächst auch in der Dogana ein und zeigt gerade in seinem Kunst-Palast eine Ausstellung, die sich denen widmet, die in diesem internationalen Kunstbetrieb schon lange keine große Rolle mehr spielen: die Italiener selbst!
Italien, das Land von Michelangelo und Leonardo, habe seinen kreativen Touch schon lange verloren, unken Kritiker hinter vorgehaltener Hand und es ist schon über zehn Jahre her, dass ein internationales Publikum sich im großen Stil für zeitgenössische Kunst des „Bel Paese“ interessierte. In New York war das, im Guggenheim Museum, und bezeichnenderweise widmete sich jene Schau der Nachkriegszeit und endete mit dem Jahr 1968. Was war danach?
Viel zu wenig wissen wir über die zeitgenössische italienische Kunstwelt. Warum eigentlich? Dänen und Deutsche sind die Stars der Szene. Warum hören wir so wenig aus Rom, Mailand und Turin? Sind die Künstler zu schlecht, die Kuratoren blind? Antworten sucht METROPOLIS in „Italics. Italienische Kunst zwischen Tradition und Revolution, 1968-2008“, dieser Schau im Palazzo Grassi, die vom ehemaligen Biennale-Direktor Francesco Bonami kuratiert wird und nach Venedig auf Welttournee gehen wird, und die jetzt versucht Italiens Kunstszene zu rehabilitieren. Im ganz großen Stil: mit über 180 Werken von über 100 italienischen Künstlern.
Internet:www.palazzograssi.it(italienisch, französisch, englisch)
Ausstellung:/italics/Italienische Kunst zwischen Tradition und Revolution, 1968-2008
bis 22. März 2009
Adresse:
Palazzo Grassi
Campo San Samuele, 323130124 Venedig
Tel: +39 041 523 16 0
Fax: +39 041 528 62 18
Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 19 Uhr (außer dienstags)
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember 2008, sowie am 1. Januar 2009
Eintrittspreise: 15 € mit Audioguide / 10 € ohne Audioguide
Bericht: Stefanie Appel