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15/04/2008 - Jazz-Poetry - 28/08/08

Jack Kerouac / Steve Allen

„Blues And Haikus. Featuring Al Cohn And Zoot Sims”, „Poetry For The Beat Generation“


„Sex, Drugs ‘n’ Jazz” sind die wichtigsten Bestandteile im literarischen Werk Jack Kerouacs. Und so verwundert es nicht, dass sich der Beatnik-Autor nach einer missglückten Lesung dazu entscheidet, fortan mit Jazzmusikern aufzutreten. Kurz darauf produziert er zwei Alben, die nun erstmals als CDs veröffentlicht werden.

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1957 wurde Jack Kerouacs Erfolgsbuch „On The Road“ („Unterwegs“) publiziert, das ihn neben William S. Burroughs und Allen Ginsberg zur zentralen literarischen Figur der Beat-Generation macht. Sein bereits 1951 geschriebener Roman dokumentiert ein Lebensgefühl, das Kerouac bei seinen Reisen durch die USA erlebt, bei wilden Partys, Drogenexzessen und sexuellen Ausschweifungen. Ein Roadbuch, das die Träume einer jungen amerikanischen Generation formuliert, nach gesellschaftlicher Veränderung und dem Aufbegehren gegenüber Repressionen.

Kerouacs rhythmischer Schreibstil ist sowohl von seinem ruhelosen Leben als auch vom Bebop inspiriert. Auf „Poetry For The Beat Generation“ findet sich Kerouacs Nachruf auf sein musikalisches Idol, den Saxofonisten Charlie Parker. Und als Anhänger des Zen-Buddhismus verleiht ihm Kerouac den Ehrentitel „Buddha“. Während im Hintergrund der Pianist Steve Allen improvisiert, liest Kerouac meist mit sonorer Stimme seine Texte und Gedanken, die er spontan vor der Session ausgewählt hat. Darin finden sich ebenso Reminiszenzen an den Jazzmusiker Dave Brubeck als auch alltägliche Beobachtungen und fiktive Kurzgeschichten. Der Pianist Allen erhielt zur Orientierung vor der Aufnahme einzig eine knappe inhaltliche Zusammenfassung der Texte, dann wurden die Tonbänder gestartet. Und um die Spontaneität der Sessions einzufangen, wurden alle Tracks nur einmal aufgenommen.

Bei „Blues And Haikus“ wird Kerouac von den Saxofonisten Zoot Sims und Al Cohn begleitet, letzterer spielt auch Klavier. Während Kerouacs Herz für den impulsiven und dynamischen Bebop schlägt, zeichnet das Duo Sims und Cohn ein melodischer Klang aus, der ohne Effekthascherei auskommt und wunderbar geschmeidig ist. Aber gerade die Kombination aus Kerouacs expressiven und rhythmisierten Texten mit den gefälligen Jazzimprovisationen sorgt für eine faszinierende Spannung, der man sich selbst 50 Jahre nach der Aufnahme nicht entziehen kann.


Matthias Schneider

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Jack Kerouac
„Blues And Haikus. Featuring Al Cohn And Zoot Sims”
EMI

Jack Kerouac / Steve Allen
„Poetry For The Beat Generation“
EMI

Erstellt: 14-04-08
Letzte Änderung: 28-08-08


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