Samstag 23. Januar 2010 um 18.15 Uhr - 28/01/10
Japan: Yubari darf nicht sterben
Von Thomas Wedmann und Michael Mueller – ARTE GEIE / Preview Production - Deutschland 2010
Yubari war einmal eine blühende Stadt mit 120.000 Einwohnern – nur 11.000 Menschen sind davon in diesen Tagen noch geblieben, in der Mehrzahl sind es Alte.
Für die Regierung ist sie ein nationales Symbol geworden und ein Feldversuch: Yubari ist die erste und einzige Stadt in Japan, die Bankrott gegangen ist.
Früher nannten sie Yubari das japanische Hongkong oder die Millionen-Lichter- und Millionen-Dollar-Stadt – Yubari war einmal die größte Stadt Hokkaidos, 100 Kilometer östlich der Olympiastadt Sapporo.
In den siebziger Jahren aber schlossen die Kohlegruben und die Stadtverwaltung steckte Millionen in Skipisten und Hotels: vergeblich. Vor drei Jahren kam das Aus, die Pleite in der Stadtkasse, der Bankrott.
Und nun schlug auf nationalem Niveau ein zweites Phänomen zu Buche: der demographische Wandel, anders ausgedrückt, die Überalterung der japanischen Gesellschaft. Die Jungen flohen aus der Stadt, die Alten blieben: 40 Prozent der Einwohner Yubaris sind heute über 65 Jahre alt.
In Japan sind aufgrund der Überalterung in den letzten Jahren bereits 200 Gemeinden wie Yubari verschwunden. Die Regierung sagt, dass noch 60.000 japanischen Kommunen das gleiche Schicksal droht. Nach Schätzungen soll Japan bis 2050 über 25 Millionen Einwohner verlieren.
Die ARTE-Reporter Thomas Wedmann und Michael Mueller trafen in Yubari alte Menschen, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft schon begraben haben, aber auch auf Menschen wie Kazuta Takahashi, 39 Jahre alt. Er arbeitet nebenamtlich im Nudelrestaurant seiner Eltern, das 1927, in den goldenen Jahren Yubaris, eröffnet wurde. Im Hauptberuf ist er im Gemeinderat zuständig für Wirtschaftsfragen. Er kämpft dafür, Yubari nicht sterben zu lassen.
ARTE Reportage
Samstag 30. Januar 2010 um 06.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 43mn)
ARTE
Erstellt: 21-01-10
Letzte Änderung: 28-01-10