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10.07.07 : 00.05 - Je t'aime moi non plus - 02/09/08

Je t'aime moi non plus

Die burschikose Kellnerin Johnny arbeitet in einer Autobahn-Raststätte. Voller Sehnsucht und Zärtlichkeit fühlt sie sich zu dem Müllwagenfahrer Krassky hingezogen, obwohl sie weiß, dass dieser schwul ist. Doch Krassky erwidert die Gefühle der jungen Frau. Er merkt nicht, wie die Eifersucht seines Freundes und Kollegen Padovan ständig wächst - bis die Situation eines Tages eskaliert...

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Zwei junge homosexuelle Männer - der wortkarge Krassky und der naive Padovan - verbringen die Tage in ihrem Lastwagen, mit dem sie Müll transportieren. Eines Tages halten sie an einem Restaurant am Rand der Straße mitten im Nirgendwo. Dort arbeitet die burschikose Kellnerin Johnny, die sich in der Einöde langweilt und zudem von ihrem rüpelhaften Chef Boris genervt ist. Johnny verliebt sich in den gut gebauten Krassky, wohl wissend, dass dieser schwul ist.

Durch ihr androgynes Äußeres fühlt sich Krassky zu der jungen Frau hingezogen, muss sich aber später im Bett eingestehen, dass er eine Frau nicht lieben kann. Um Krassky an sich zu binden, hat Johnny nur eine Chance: Sie muss mit ihm so Sex haben, wie er es mit Padovan gewöhnt ist. Weil es dabei ziemlich lautstark vor sich geht, was das Misstrauen der Nachbarn weckt, ziehen Johnny und Krassky von einem Hotel zum nächsten. Padovan, dem Krassky längst eine Abfuhr erteilt hat, will nicht glauben, dass die Beziehung mit seinem Freund so einfach beendet sein soll. Unbemerkt von Johnny und Krassky wird seine Eifersucht immer größer...

Sexuelle Freiheit und Abenteuer, die totale Liebe und deren Unmöglichkeit - die Themen von "Je t'aime" sind typisch für die Flower Power der 70er Jahre. Doch Serge Gainsbourgs Film ist Ende der 70er Jahre dennoch ein Skandal: Der Film wird von der Presse und der Mehrheit der Zuschauer als unmoralisch verurteilt. François Truffaut und andere französische Filmkritiker treten zu seiner Verteidigung an - und behalten schlussendlich Recht: "Je t'aime" erreicht über die Jahre Kultstatus.

Als der Film in die Kinos kommt, sind Serge Gainsbourg und Jane Birkin längst ein ebenso bekanntes wie provokantes Paar der französischen Kino- und Musikszene. 1969, sieben Jahre vor dem Film, haben sie bereits mit dem Song "Je t'aime moi non plus" einen Skandal provoziert, der Titel landet sogar zeitweise auf dem Index. Zugleich ist "Je t'aime moi non plus" Gainsbourgs größter Single-Erfolg. Der Song verkauft sich innerhalb weniger Monate über eine Million Mal und macht das Paar weltweit bekannt. Dabei ist "Je t'aime moi non plus" ursprünglich Gainsbourgs ehemaliger Geliebten Brigitte Bardot gewidmet, die ihn auch eingesungen hat. Auf Bitten Bardots wird die Version mit ihr jedoch nicht veröffentlicht, sie erscheint erst in den 80er Jahren.

Serge Gainsbourg und die 18 Jahre jüngere Jane Birkin lernten sich 1968 bei Dreharbeiten kennen. Gainsbourg war zu diesem Zeitpunkt bereits ein erfolgreicher Sänger, Schauspieler und Songwriter, Birkin hatte als Schauspielerin in Michelangelo Antonionis "Blow Up" (1966) auf sich aufmerksam gemacht, ein Film, der 1967 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. In den folgenden Jahren produzierten Gainsbourg und Birkin gemeinsam Musik, bis die Beziehung Anfang der 80er Jahre zerbrach. Ende der 80er Jahre ging Serge Gainsbourg ein letztes Mal auf Tournee, sein durch zu viel Nikotin und Alkohol geschwächter Gesundheitszustand war damals schon kaum zu verbergen. Er starb am 2. März 1991.

Jane Birkin wandelte sich in den 80er Jahren vom Sexsymbol zur Charakterdarstellerin, die bisher drei Mal für einen César nominiert wurde. In den französischen Kinos war sie vor kurzem in "La tête de maman" (2007, "In Mom's Head") zu sehen, im Juni brachte sie ihren ersten eigenen Spielfilm in die Kinos: Für "Boxes" (2007) schrieb sie das Drehbuch, führte Regie und wirkte auch als Schauspielerin mit. Im März 2006 erschien ihr aktuelles Album "Fictions", für das sie unter anderem mit Beth Gibbons, Johnny Marr und Rufus Wainwright zusammenarbeitete.

Der männliche Hauptdarsteller in "Je t'aime", Joe Dallesandro, wurde vor allem durch seinen muskulösen Körper bekannt, den er in diversen Filmen und als Fotomodell - meist nackt - zur Schau stellte. Berühmt wurde insbesondere eine Reihe von Filmen, die aus einer Zusammenarbeit mit Andy Warhol und Paul Morrissey entstand: "Flesh" (1968), "Lonesome Cowboys" (1968), "Andy Warhol's Trash" (1970), "Hollywood" (1972), "Andy Warhol's Frankenstein" (1973) und "Andy Warhol's Dracula" (1974).
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Je t'aime moi non plus
Dienstag, den 10. Juli 2007 um 00.05 Uhr
Spielfilm, Frankreich 1976, ARTE F, 84 Min. Synchronfassung
Regie: Serge Gainsbourg, Kamera: Willy Kurant, Musik: Serge Gainsbourg, Schnitt: Kenout Peltier, Produktion: Président Films, Produzent: Jacques-Eric Strauss
Mit: Jane Birkin (Johnny), Joe Dallesandro (Krassky), Hugues Quester (Padovan), Reinhard Kolldehoff (Boris), Gérard Depardieu (Mann auf dem Pferd), Jimmy Davis (Moïse), Michel Blanc (ein Arbeiter)
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Erstellt: 02-09-08
Letzte Änderung: 02-09-08