In einem verlassenen französischen Dorf haben sich ein paar Künstler eingenistet. Ein paar ihrer unbürgerlichen Gäste entpuppen sich als Schwerverbrecher, die beim Überfall auf einen Geldtransport kaltblütig die Wachmänner massakriert haben und die Nerven verlieren, als zwei Motorradpolizisten in dem verfallenden Kaff auftauchen. Über weite Strecken könnte man "Lasst die Kadaver bräunen!", den erst jetzt übersetzten Debütroman von Jean-Patrick Manchette aus dem Jahr 1971, den er noch zusammen mit Jean-Pierre Bastid geschrieben hat, mit einem Begriff aus der Computerspielwelt als „tactical shooter" bezeichnen. Es geht ganz handfest darum, wer sich gerade wo verschanzt und wen im Schussfeld hat, welche Möglichkeiten zum Stellungswechsel sich bieten und wie sich die eigene Bewaffnung verbessern lässt. Aber anders als im Computerspiel wird dieser brutale Kampf von Polizisten, Verbrechern, Sympathisanten und Geiseln ein Bild für gesellschaftliche Zustände. Manchette und Bastid konstatieren, dass Bürgerkrieg herrscht, und untersuchen, wie, warum und wann jemand seine Seite wählt oder wechselt.Thomas Klingenmaier/Stuttgarter Zeitung







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