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Mannerisms
Beanstalk
Toy BoatDie Bands aus Chicago kratzen mit Vorliebe an tradierten Klischees. Kategorisierungen wie Jazz, Rock oder gar Fusion führen sie mit ihrer Art Musik zu machen ad absurdum. Man wird der umtriebigen kreativen Köpfe und Szene erst habhaft, wenn man sich wie sie, all der Schubladen der Musikgeschichte entledigt, und dem eigentlichen Objekt der Begierde, nämlich der Musik, zuwendet. Jeff Parker ist ein typisches Produkt dieses kreativen Nährbodens. Mit seinen Formationen Tortoise, Isotope 217 und dem Chicago Underground Orchestra setzt er sich gerne zwischen die Stühle, denn für einen Großteil der Independant-Gitarren-Szene gilt die Musik als zu „jazzig“ und für die Jazz-Liebhaber wiederum als zu „rocklastig“. Insbesondere auf seinen Soloplatten spürt man, wie wichtig für Parker diese übergreifenden Musikexperimente sind. Sie sind seine größte Inspirationsquelle, wie man auf dem aktuellem Album „The Relatives“ hören kann. Bis auf die Marvin Gaye Coverversion von „When Did You Stop Loving Me, When Did I Stop Loving You“ besteht das Album aus Eigenkompositionen, die stärker „songorientiert“ sind, als bei seinem Solodebüt. Und obwohl sich Parker eines traditionellen Gitarrensounds à la Wes Montgomery bedient, besticht er durch eine äußerst eigenwillige und originäre Spielweise. Dabei kann er auf eine exzellente Rhythmusgruppe bauen, die ihm sowohl die Basis als auch notwendigen Anstöße für seine Improvisationen liefert. „The Relatives“ ist ein leichtes und elegantes Album, das erst beim konzentrierten Zuhören sein mannigfaltiges und kunstfertiges Bouquet entfaltet.
Matthias Schneider
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Jeff Parker
„The Relatives“
Thrill Jockey / Rough Trade /
www.thrilljockey.com







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