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Amerikanischer Bürgerkrieg

Der Amtsantritt von Barack Obama am 200. Geburtstag von Abraham Lincoln gibt Anlass, sich eingehend mit der Geschichte Amerikas zu beschäftigen.

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Biografie - 02/03/09

Jefferson Davis (1808-1889)

Jefferson Davis wurde in Kentucky geboren und stammte aus einer bescheidenen Familie von Plantagenbesitzern und Sklavenhaltern. Er wuchs in Mississippi auf und erhielt eine ausgezeichnete Erziehung.

1824, schlug er, dem Wunsch seines verstorbenen Vaters folgend, die Militärlaufbahn ein und trat in die Militärakademie West Point ein, die er vier Jahre später mit dem Dienstgrad eines Leutnants abschloss. Doch er fand keinen Gefallen am eintönigen Garnisonsleben an der „Frontier“. Nach einigen Zusammenstößen mit Indianern verließ er 1835 die Armee und erwarb eine Baumwollplantage in Brierfield, Mississippi. Zugleich wurde er politisch aktiv und trat der Demokratischen Partei bei, wo ihm ein rascher Aufstieg vergönnt war. 1845 erhielt er einen Sitz als Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Doch bald musste er dieses Amt wieder aufgeben, um in den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846-1848) zu ziehen.

Jefferson Davis wurde Oberst des 1. Freiwilligenregiments von Mississippi. Er zeichnete sich in den Schlachten von Monterrey und Buena Vista aus; in letzterer trug er eine schwere Verletzung davon. Nach Kriegsende wurde er in Washington als Held empfangen und zog 1847 für den Staat Mississippi in den Senat. Nach Ablauf seines Mandats im Jahr 1850 kandidierte er für den Posten des Gouverneurs von Mississippi, wurde jedoch knapp geschlagen. Dennoch war sein Ruf nun gefestigt.

1853 wurde er von Präsident Franklin Pierce in die Hauptstadt zurückgerufen und zum Kriegsminister ernannt – ein verantwortungsvoller Posten, den Davis mit unermüdlichem Eifer bekleidete. Vier Jahre später wurde er erneut zum Senator für Mississippi gewählt und ergriff Partei für die Sklavenhalter des Südens. Obwohl er der Sezession zunächst ablehnend gegenüber stand, verließ er den Senat im Januar 1861, d.h. zwei Monate nach Lincolns Wahl zum Präsidenten, und zog sich auf seine Plantage zurück.

Am 9. Februar wurde Jefferson Davis in Montgomery als Präsident der Konföderierten Staaten von Amerika vereidigt. Über vier Jahre lang übte er dieses Amt unter Bedingungen aus, die umso schwieriger waren, als nicht alle Südstaatler ihm freundlich gesinnt waren. Viele warfen ihm sein kaltes, hochmütiges Wesen und seinen übermäßigen Stolz ebenso vor wie seinen Mangel an Takt und sein zunehmend autoritäres Gebaren. Doch Jefferson Davis arbeitete hart, und ihm gelang das Kunststück, aus dem Nichts ein Heer zusammenzustellen, das Unionsheer von der Atlantikküste bis zu den Ufern des Mississippi lange Zeit in Schach zu halten und auch die europäischen Großmächte für seine Sache zu interessieren. Er machte sich allerdings unbeliebt, indem er das Habeas-Corpus-Gesetz außer Kraft setzte, das die Freiheit des Individuums garantierte, Soldaten einziehen ließ und im Namen des Kriegsaufwands in großem Umfang Güter beschlagnahmen ließ. Auch viele Generäle und Politiker verärgerte er, indem er ihnen seine Entscheidungen aufzwang. Auf militärischem Gebiet zögerten die Siege Robert E. Lees in Virginia die letztendliche Niederlage nur hinaus. Da die führenden Köpfe der Südstaaten die Westfront vernachlässigt hatten, brachte der Einmarsch der Unionsarmee die Konföderation in Bedrängnis.

Am 2. April 1865 musste Jefferson Davis Richmond überstürzt verlassen. Doch trotz der Kapitulation in Appomattox Court House hegte er noch die Hoffnung, einen Gegenangriff organisieren zu können. Vergeblich. Am 10. Mai 1865 wurde er in Georgia von einem Trupp der Unionsarmee gefangen genommen. Er wurde des Verrats beschuldigt und ohne weiteres Verfahren in Fort Monroe, Virginia, inhaftiert. Erst im Mai 1876 kam er gegen Kaution wieder frei. Aufgrund eines Amnestiegesetzes leitete die Regierung kein Verfahren gegen ihn ein.

Um seine Familie zu ernähren, übernahm Davis die Leitung einer Versicherungsgesellschaft in Memphis, Tennessee, doch mit wenig Erfolg. Nur durch die Großzügigkeit ehemaliger Waffenbrüder konnte er der Armut entrinnen und mehrere Reisen nach Kanada, Kuba und Europa unternehmen. Zurück in den USA nährte er den Mythos von „the Lost Cause“, der „verlorenen Sache“, indem er ein Plädoyer für die Konföderation schrieb und an Veteranentreffen teilnahm. Er starb 1889 in New Orleans.

Farid Ameur

Erstellt: 10-02-09
Letzte Änderung: 02-03-09