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Donnerstag, 18.10.2007 um 20.40 - 18/10/07

Jesus von Montreal

Der junge Schauspieler Daniel inszeniert in Montreal die Passionsgeschichte Jesus auf sehr moderne Art und Weise. Trotz begeisterter Kritiken stellt sich die Kirche gegen seine Interpretation und setzt alles daran, Daniels Stück zu boykottieren...
Der Film ist Teil des Schwerpunkts zum Thema Religion.

115 Min.
(Jésus de Montréal)
Spielfilm, Kanada / Frankreich 1989, ZDF,
Synchronfassung
Regie: Denys Arcand; Buch: Denys Arcand; Kamera: Guy Dufaux; Schnitt: Isabelle Dedieu; Musik: Yves Laferrière; Produzent: Roger Frappier, Pierre Gendron, Monique Létourneau; Produktion: Centre
National de la Cinématographie (CNC), Communication, Gérard Mital Productions, Max Films Productions Inc., National Film Board of Canada (NFB), Premier Choix TVEC, Super Écran, Téléfilm Canada
Mit: Lothaire Bluteaux - (Daniel), Catherine Wilkening - (Mireille), Johanne-Marie Temblay - (Constance), Robert Lepage - (René), Rémy Girard - (Martin), Gilles Pelletier - (Vater Leclerc)

Daniel Coulombe, ein junger, talentierter Schauspieler, erhält in Montreal durch einen katholischen Pfarrer die Chance, das jährlich in dessen Pfarrei stattfindende Passionsspiel zu modernisieren. Gemeinsam mit vier anderen, beruflich frustrierten Schauspielern, stürzt sich Daniel voller Enthusiasmus in das schwierige Unternehmen. Auf der Basis aktueller geschichtlicher, archäologischer und kunstgeschichtlicher Forschung entwickelt er eine völlig neue, "andere" Inszenierung. Nach der Premiere wird er schlagartig zum neuen Theaterhelden, sowohl des breiten Publikums, als auch der kulturellen Schickeria. Daniels Auftraggeber teilt diese Begeisterung jedoch ganz und gar nicht. Er untersagt im Namen seiner Kirchenoberen weitere Aufführungen und setzt diese Entscheidung sogar mit Polizeigewalt durch. Im Verlauf eines durch den Polizeieinsatz provozierten Handgemenges während der Kreuzigungsszene wird Daniel schwer verletzt. Obwohl er sich im Krankenhaus scheinbar wieder erholt, bricht er kurz darauf delirierend zusammen und stirbt. Sein Körper wird zur Organspende freigegeben.

Zusatzinfo

Nach seinem 1985 entstandenen und weltweit erfolgreichen Film "Untergang des amerikanischen Imperiums" (1986) hat der 1941 in der Nähe von Quebec geborene Denys Arcand mit "Jesus von Montreal" einen weiteren internationalen Erfolg. Arcand erzählt eine zugleich ernsthafte und ironische Jesusgeschichte auf moderne Art und Weise. Kontrovers diskutiert sind die vielen Parallelen zwischen der Inszenierung Daniels und der Vita Christi. Daniel sucht die Schauspieler für seine Aufführung genauso aus, wie Jesus seine zwölf Jünger. Darsteller wie Jünger stammen zudem allesamt aus ärmlichen Verhältnissen. Der Pfarrer, von dem Daniel den Auftrag zu seiner Inszenierung bekam, reflektiert die Haltung der Pharisäer: Auch diese waren nach außen fromm, wurden aber von Jesus der Sünde überführt. Schließlich verweist die Organspende Daniels auf die Wunden Christi und seine anschließende Auferstehung, durch die das Leben über den Tod siegt. "Jesus von Montreal" ist ein Oscar-nominiertes Drama, das neben zahlreichen anderen Auszeichnungen den Jury-Preis und den Ökumenischen Jury-Preis von Cannes bekam.
"Jesus von Montreal" ist sechster Teil eines achtteiligen Schwerpunkts, den ARTE den Weltreligionen widmet.


Die Programmierung in der Übersicht:

(1): "Kadosh", Spielfilm, am Donnerstag, den 11. Oktober um 20.40 Uhr
(2): "Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling", Spielfilm, am Montag, den 15. Oktober um 20.40 Uhr
(3): "Der innere Weg", Kurzspielfilm, am Dienstag, den 16. Oktober um 00.45 Uhr, Original mit deutschen Untertiteln, Erstausstrahlung
(4): "KurzSchluss - Spezial Religion", am Mittwoch, den 17. Oktober um 1.00 Uhr
(5): "Jesus von Montreal", Spielfilm, am Donnerstag, den 18. Oktober um 20.40 Uhr
(6): "Die Große Reise", Spielfilm, am Montag, den 22. Oktober um 20.40 Uhr
(7): "Simon in der Wüste", Kurzspielfilm von Luis Buñuel, am Dienstag, den 23. Oktober um 1.40 Uhr
(8): Einer der Spielfilm-Beiträge war zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht bestätigt (Programm nach Ansage).
Titel- und Programmänderungen vorbehalten


Erstellt: 10-10-07
Letzte Änderung: 18-10-07