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KurzSchluss

"KurzSchluss - Das Magazin" zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt - und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.

> 13. Juli > Johanna Vaude

Mittwoch 13.Juli 2005 - 20/06/05

Johanna Vaude

(…) Eines Tages entdeckte ich, dass mein Auge wie eine Kamera war und mein Blick alles um mich herum aufnahm und einfing. Ich fing an, Videofilme zu drehen, und es entstand, ohne dass es mir bewusst wurde, ein filmisches Tagebuch meiner Jugend. Als ich dann mein Studium an der Hochschule für Bildende Künste begann, hatte ich nur einen einzigen Gedanken im Sinn: Mich für einen Kurs einzuschreiben, in dem ich Filme machen konnte. Der angebotene Kurs hieß: „Experimentelles Kino“. Unter diesem Begriff konnte ich mir nichts vorstellen (und ich verstehe ihn auch heute noch nicht). Die Filme, die ich gesehen habe, waren allerdings eine Offenbarung für mich und vor allem eine Bestätigung. Es war ganz natürlich, dass es ein spontanes und freies Kino gibt (...). Was also lag näher, als sofort, ohne irgendeine Erlaubnis, zu zeichnen oder zu singen, diesen Strom ganz einfach aus sich heraus zu lassen.“[1]

Johanna Vaude macht Filme, in denen sich Materie und Deutung das Feld der Interiorität, eines Hauptthemas ihrer Werke, streitig machen. Es sind metaphysische Filme, konstruiert nach den Gesetzen der Körperphysik und der Welt, in denen die Energie Teil einer universellen Bewegung ist und die Menschen aufgerufen sind, sich im eigentlichen und im übertragenen Sinne zu erheben. Wie sie selbst sagt, ein Aufruf zu dem Versuch, die Welt von einer imaginären Misere zu erretten, der sie sich selbst gefangen gibt.

Vaude dreht vorzugsweise im Super 8-Format und bearbeitet das Filmmaterial direkt mit Tusche oder Grattage-Technik.  Seit 2001 dreht sie auch Videos.

  • Filmografie

1996 - Bim bam schratch pfuiiiiii.... (Super 8, mit Ton, 10 min.)
Sans titre (Super 8, ohne Ton, 3 min.)
1997 - Autoportrait et le monde (Super 8, mit Ton, 10 min.)
1998 - L’oeil sauvage (Super 8, mit Ton, 14 min.)
1999 - Totalité (Super 8, mit Ton, 7 min.)
2001 - Notre Icare (Super 8 und 3D-Aufnahmen, mit Ton, 8 min.)
Tryptique: She’s Gone Away... (Digital-Video, mit Ton, 18 min.)
2002 - I’ve Got the Power ! (Digital-Video, mit Ton, 5 min.)
Samouraï (Super 8 und Digital-Video, mit Ton, 7 min.)
2005 - Totalité - Remix (Super 8, Malerei auf Film und Digital-Video, mit Ton, 7 min.)

  • Interessante Links

 Website von Johanna Vaude

  • Interessante Lektüre
Le cinéma pindarique et intérieur de Johanna Vaude von Raphaël Bassan, Bref, Nr. 51, Winter 2001-2002, S. 54-57.
Notre intimité collective. Les films de Johanna Vaude. von Agathe Dreyfus in „Jeune dure et pure ! Une histoire du cinéma d’avant-garde et expérimental en France“ herausgegeben von Nicole Brenez und Christian Lebrat, Cinémathèque Française, Mazotta, 2001.
Expérimentaux ou simplement cinéastes? (ein Gespräch mit Stéphane du Mesnildot, Johanna Vaude, David Matarasso und Othello Vilgard) von Raphaël Bassan, Bref Nr. 47, Winter 2000-2001, S. 40-43.

[1] Autobiografie von  J. Vaude im Katalog des Festivals Côté court, 2002.


Erstellt: 20-06-05
Letzte Änderung: 20-06-05