Hinter dem Kunstnamen Johnny La Marama verbirgt sich ein Berliner Trio, das den Jazz als Spielwiese für ihre musikalischen Experimente nutzt.

Johnny La Marama„Bicycle Revolution“
Traumton Records / IndigoMyspace 
Johnny La Marama haben in der Presse- und Musikwelt bereits mit ihrem Debüt für viel Aufmerksamkeit gesorgt, das bezeichnenderweise den Titel „...Fire“ trägt,. Es ist ihre unkonventionelle Art, die begeistert, wenn das Trio Jazz mit zahlreichen Genres mischt, und dadurch eine faszinierende Dynamik und Energie freisetzt. Seitdem sind drei Jahre verstrichen, in denen der finnische Gitarrist Kalle Kalima, der amerikanische Bassist Chris Dahlgren und der deutsche Schlagzeuger Eric Schaefer in zahlreichen Projekten neue Erfahrungen gesammelt haben, unter anderem Letzterer bei dem grandiosen Jazztrio [em] (s. Arte-Online
09.01.2007). All diese flossen nun in das Nachfolgealbum „Bicycle Revolution“ ein, das in seiner Art wiederum einzigartig ist.


Denn erneut wirbelt das muntere Trio gängige Konventionen durcheinander, wie man bereits bei dem Eröffnungssong „Andy Summers“ hören kann. Der Titel ist eine Reminiszenz an das Spiel des gleichnamigen Police Gitarristen, das sie im weiteren Verlauf des Tracks mit Frank Zappa-Variationen versetzen. Und „Columbine And Mingus“ ist wiederum eine Ehrerbietung an den legendären Jazzbassisten Charles Mingus. Der melodietragende Kontrabass wird mit sanften Slide-Gitarre-Tönen kombiniert, während im Hintergrund die Jazzbesen über die Snair wischen. Irgendwo zwischen diesen beiden Polen, zwischen Rock und Jazz, zwischen Summers und Mingus, sind die einzigartigen Johnny La Marama anzusiedeln. Sie sind Querdenker und Musikliebhaber, und vor allem kennen Johnny La Marama keine Berührungsängste. Wer Überraschungen liebt, wird seine wahre Freude mit den drei Jungs haben, denn ihre Songs sind unberechenbar schön.
Matthias Schneider