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28.12.2006 - 23.30 : Tracks - 31/10/08

José Mojica Marins

Mit seinen ausgefallenen Filmen, die verrückte Titel wie "At midnight I'll take your soul" tragen, machte der Brasilianer José Mojica Marins Ende der 60er Jahre in Südamerika von sich reden. Sexuelle Perversionen und magisch-blasphemische religiöse Riten sind die Themen dieses Kultregisseurs mit den langen Fingernägeln.

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Von der Kirche wurde er exkommuniziert und während der Militärdiktatur hatte er unter der Zensur zu leiden. Der inzwischen 74-Jährige, der an Ed Wood und Bela Lugosi erinnert, hat dabei jedoch nichts von seiner teuflischen Art verloren.

"Als ich noch klein war, habe ich an einer Totenwache teilgenommen. Alle weinten, als sich auf einmal der Tote bewegte. Zuerst die Arme, dann die Nasenflügel, und die Ohren. Und auf einmal ist er aufgestanden. Es brach Panik aus. Alle rannten davon, außer mir und ein paar anderen Kindern. Der angebliche Tote fragte uns, was los sei. Wir sagten, dass wir gebetet hätten und, dass er vielleicht deshalb wieder am Leben sei. Dann kamen die Erwachsenen wieder. Der Pfarrer brüllte „Vade retro Satanas“. Dabei hatte der Tote in Wirklichkeit nur einen Katalepsie-Anfall gehabt. "

Jose Mojica Marins ist Sohn einer Tango-Tänzerin und eines Toreros und dreht seit dem Alter von 10 Jahren Filme, mit so schönen Titeln wie: „Heute Nacht werde ich deinen Körper besitzen“. 1963 erfindet er die Kultfigur: „Zé do Caixao“ - übersetzt, „Joe aus dem Sarg“-  die in den USA zu „Coffin Joe“ umgetauft wird: Die Rolle des teuflischen Totengräbers mit schwarzem Umhang und Zylinder ist Jose Mojica Marins wie auf den Leib geschnitten. In Südamerika wird er zur Legende, ähnlich wie Christopher Lee -  Außer, dass Coffin Joe seine Rolle 24 Stunden am Tag spielt. Eine Berufung, die über Nacht kam.

"Eines Nachts, als ich neben meiner Frau schlief, dachte sie, ich sei besessen. Sie rief sofort meine Brüder und die fingen an, mich zu exorzisieren. Dabei hatte ich nur während meines Traumes gesprochen. Ich hatte geträumt, dass ein mysteriöses, schwarz gekleidetes Wesen gekommen war, um mich zu holen. Es zeigte mir das Datum meiner Geburt und das, meines Todes.Ich wollte nicht wissen, wann ich sterbe – da bin ich aufgewacht. Ich sagte meinen Brüdern, dass ich nicht besessen sei, dass ich nur einen Alptraum gehabt hätte und, dass ich einen Film drehen wollte, mit dem Titel: „Um Mitternacht hole ich deine Seele."

Während der 70er Jahre fällt „Coffin Joe“ der Zensur des Militär-Regimes zum Opfer. Sie wirft seinen Filmen Anarchie und Blasphemie vor. Und mit seinen Mini-Budgets kann er sich auch keine großen Sprünge erlauben, erst recht nicht, wenn es ums Casting geht.

"Ich hatte Probleme mit einigen Schauspielerinnen gehabt. Weil Spinnen in ihren Szenen vorkamen, hatten sie mich mitten während der Dreharbeiten einfach sitzen lassen. Das bedeutete, dass der Film, den wir begonnen hatten, futsch war. Deshalb habe ich Mutproben erfunden, bei dem ich die Darsteller vor den Dreharbeiten nicht nur mit Reptilien und Spinnen konfrontierte. Sie mussten sich auch auf dem Friedhof in Särge legen. So konnte ich vor Drehbeginn prüfen, wer für meine Filme geeignet war. "
Inzwischen aber, hat sich Jose Mojica Marins einen Platz im Pantheon des Horror-Kinos gesichert. Er bummelt durch alle Filmfestivals der Welt, zusammen mit seinen Kindern.
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Links
>> Lernen sie Zé do Caixao kennen
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TRACKS
Donnerstag, den 28. Dezember um 23.30 Uhr
Wiederholung vom 26. Oktober 2006
Redaktion: ARTE France, Program 33
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Erstellt: 28-12-06
Letzte Änderung: 31-10-08


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