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18/01/05

Kaltblütig

Ein Film von Jonathan Kaplan


Rekonstruktion
eines Mordfalls

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Synopsis

Der Film rekonstruiert einen brutalen Mord an einer vierköpfigen amerikanischen Farmerfamilie, der 1959 stattgefunden hat und die Aufmerksamkeit einer ganzen Nation auf sich zog.

Die Kritik zum Film

Diese Rekonstruktion eines Verbrechens ist mit 180 Minuten leider sehr langatmig ausgefallen. Regisseur Jonathan Kaplan verwendet allein über eine Stunde darauf, in Parallelmontage einerseits den Alltag der Farmerfamilie zu zeigen, und andererseits die Vorbereitungen der beiden Männer, die einen Überfall auf diese planen. Mehr als einmal fällt dabei der Satz, dass es keine Zeugen geben darf. Überhaupt zeichnet sich das zweiteilige TV-Play vor allem dadurch aus, dass es mit mehr als deutlichen Hinweisen und plakativen Charakterisierungen arbeitet. Der reiche Farmer, Mr. Clutter etwa wird als der absolut perfekte Übervater gezeichnet, der so sehr Gut-Mensch ist, dass er dadurch schon wieder unsympathisch wird.

Der Stoff beruht auf einem Tatsachenroman, den Truman Capote 1965 unter dem Titel „In Cold Blood“ veröffentlichte. 1967 wurde er in Schwarz/Weiß von Richard Brooks verfilmt. Dessen Version war eine gelungene Kombination aus Thriller, Psychostudie, Drama und Spielfilm, die sich vor allem durch ihre Realitätsnähe auszeichnete. Davon ist Kaplans Version leider weit entfernt. Sein Film ist eher ein misslungener Versuch, das Verbrechen aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen und damit den Zuschauer selbst urteilen zu lassen. Vielleicht soll das ausführliche Zeigen des Alltags der Familie auch dazu führen, dass man sich mit den Personen identifiziert und mit ihnen mit leidet. Aber auch das funktioniert nur sehr bedingt, da es keiner der Figuren gelingt, Sympathien zu wecken.

Auch bei den Ex-Häftlingen sieht es nicht besser aus. Da kann Jonathan Kaplan noch so viele kitschige in Sepia getauchte Rückblenden aus der Kindheit des Perry Smith auffahren, es hilft nichts. Hier erfahren wir nur, dass er selbstverständlich eine ganz schlimme Kindheit hatte. Wir sehen etwa, wie er im Waisenhaus von der Schwester vor allen Kindern als Bettnässer bloßgestellt wird. Eine traumatische Erfahrung für ihn, die er nie überwunden hat, denn er ist immer noch nicht trocken. Im Film hinterlässt er gleich nach der Rückblende einen nassen Fleck auf dem Stuhl eines Restaurants.

Gespielt werden die beiden Mörder Alvin Dewey und Perry Smith von Sam Neil und Eric Roberts. Ihre Darstellung ist gut, und es gelingt ihnen bis zuletzt im Unklaren zu lassen, wer von ihnen die Clutterfamilie auf barbarische Weise umgebracht hat. Die spärlichen Bonus Tracks der DVD (Sprachen Englisch und Deutsch) beschränken sich auf zwei Trailer für andere Spielfilme und Texttafeln zur Bio- und Filmografie des Regisseurs Jonathan Kaplan und seiner beiden Hauptdarsteller.

Nana A.T. Rebhan
Kaltblütig
Kanada 1996, 180 Min.
Regie: Jonathan Kaplan
Mit: Sam Neils, Eric Roberts

Original-Titel: In Cold Blood
Produktions-Jahr: 1996
Genre: Action-Abenteuer

Bildformat: 4:3 Full Frame
Tonformat: Dolby Digital Surround
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: --
Laufzeit: ca. 180 Minuten
ab 16 Jahren

DVD Special Features:
Kinotrailer

Erstellt: 18-01-05
Letzte Änderung: 18-01-05