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Schwerpunkt Europa

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Schwerpunkt Europa

EU-Osterweiterung und organisierte Kriminalität - 02/07/04

Kampf gegen das Verbrechen

Themenabend am Dienstag, 18.05.2004, ab 20.45 Uhr


Die EU-Osterweiterung zum 1. Mai weckt jenseits des offiziell zur Schau getragenen Optimismus Ängste bei den Bürgern. Können Verbrecherbanden aus den Nachbarstaaten künftig leichter in Europa operieren? Breiten sich mafiöse Strukturen aus den baltischen Staaten, aus Polen und anderen Beitrittsstaaten demnächst aus? Der Themenabend aus der Reihe „Was uns aus den Nägeln brennt“ geht diesen Fragen nach. In drei aktuellen Filmbeiträgen begeben sich Reporter auf die Spur des organisierten Verbrechens. In einer Expertenrunde werden Strategien im Kampf gegen die Kriminalität in Europa diskutiert.

Weitere Artikel zum Thema

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> 20.45 Uhr: Der Raubzug - Osteuropäische Banden in Deutschland
Dokumentation von Stephan Kühnrich
Deutschland 2004,45 min.
Erstausstrahlung

Schon seit längerem sind kriminelle Netzwerke aus Osteuropa in Deutschland aktiv. Seit Jahren treibt eine Gruppe aus dem polnischen Koszalin in Deutschland ihr Unwesen. Als so genannte „Hammerbande“ hat sie inzwischen traurige Berühmtheit erlangt. Die Täter reisen nach Deutschland, überfallen Juweliergeschäfte in Minutenschnelle und ziehen sich sofort wieder nach Polen zurück. Ähnlich geht eine Bande vor, die Banken überfällt und sich gleich wieder mit dem nächsten Reisebus auf den Weg in ihr Heimatland macht. Nach langen Ermittlungen hat die Polizei herausgefunden, dass die Überfälle in Deutschland von einer Gruppierung durchgeführt werden, die aus Estland stammt.
Auch der Autodiebstahl ist mittlerweile professionalisiert und bestens organisiert. Edelkarossen werden regelrecht „bestellt“ und gezielt gestohlen. In Einzelteilen werden sie über die Grenze geschmuggelt, um vor Ort wieder zusammengeschweißt zu werden. Ein Millionengeschäft! Anhand dieser drei Beispiele zeigt der Film, vor welchen Problemen die Ermittler stehen. Zugleich blickt der Autor aber auch auf die sozialen Ursachen für Kriminalität in den neuen EU-Beitrittsländern. Zu Wort kommen schließlich auch die Opfer, die - zum Teil bereits mehrfach - Ziel krimineller Gruppierungen wurden.
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>21.30 Uhr: Mafia Polska
Dokumentation von Stephan Kühnrich
Deutschland 2003, 27 min.

Im März 2003 umstellen Polizeieinheiten in einem Vorort von Warschau ein Haus, um zwei Mitglieder der örtlichen Mafia festzunehmen. Was folgt, wird für die polnischen Sicherheitskräfte zum Albtraum: Die beiden Verbrecher haben sich verschanzt, wehren sich mit Handgranaten, Panzerfäusten und MG-Feuer. Es ist ein Krieg, auf den die Polizei nicht vorbereitet war. Die beiden Kriminellen werden getötet, auch ein Polizist stirbt. Seither wird der Kampf gegen die diversen Mafiabanden nicht nur von der Polizei, sondern auch von der polnischen Staatssicherheit geführt. Die Geschichte der organisierten Kriminalität in Polen reicht bis in die 70er Jahre zurück. In den Wirren des politischen Umbruchs 1989 konnten die sonst im Untergrund operierenden Verbrecherorganisationen ganz offen agieren und mit Autodiebstählen und Schutzgelderpressungen im großen Stil Milliarden erwirtschaften. Heute konzentrieren sich die Banden auf das klassische Feld des Menschenhandels, auf Prostitution und den Gewinn bringenden Drogenhandel. Die Polizei rüstet auf und bereitet sich auf die kriegsähnlichen Auseinandersetzungen mit den Banden vor, wie die Arbeit einer Breslauer Einheit von Spezialkräften zeigt.
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> 22.00 Uhr: Gesprächsrunde
22 min.

Die Gesprächspartner werden an diesem Abend Dr. Udo Elfkotte von Europol Deutschland und Dr. Veronique Pujas, Politikwissenschaftlerin der Universität Grenoble und Expertin für internationale Verbrechensbekämpfung sein.

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> 22.20 Uhr: Die Ermittler - Europas Polizeibehörden und die organisierte Kriminalität
Dokumentation von Jan Peter
Deutschland 2004, 20 min.

Erstausstrahlung

Europa wächst nur langsam und unter erheblichen Geburtswehen zusammen. Ganz besonders gilt das für die Polizeiarbeit. Auf EU-Seite gibt es zu wenige Kompetenzen, um eigenständig gegen die organisierte Kriminalität vorzugehen. Das zeigt das Beispiel Europol ganz deutlich. Die nationalen Regierungen sind sehr zurückhaltend, wenn es um offenen Informationsaustausch oder die Aufgabe von nationalen Hoheitsrechten geht.
Die Polizeibeamten in den Grenzregionen allerdings wissen, dass sie die Zusammenarbeit mit den Nachbarn jenseits der Grenzen dringend brauchen. Und so sitzen hier die wahren Vorreiter der EU-Osterweiterung. Jene, die versuchen, trotz bürokratischer Hindernisse Erfahrungen auszutauschen und Polizeiarbeit gemeinsam zu betreiben - bis hin zur binationalen Streife im Grenzgebiet. Der Film zeigt die Strategie der europäischen Ermittler, weist aber zugleich auf deren Grenzen hin. Mehr Europa, so die Schlussfolgerung, erfordert auch eine engere Kooperation der europäischen Polizeibehörden als bisher.

Erstellt: 13-05-04
Letzte Änderung: 02-07-04