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25/04/08

Kapitel 5: Zukunft

Stahlkombinat, Liaoning/China


China erlebt einen inneren und äußeren Aufbruch. Vergleichbar wohl mit dem Europa, insbesondere dem Deutschland der Nachkriegszeit. Dort glaubte man auch an eine wunderbare Zukunft voller Arbeit, Erfolg und Wohlstand.

In den Stahlwerken von Anshan in der Provinz Liaoning herrscht der Glaube an Wissen, Bildung und Effizienz. Nicht mehr wie früher werden Muskelkraft und der Einsatz des Einzelnen hochgehalten. Die Vorzeigehelden der Vergangenheit wie Mang Tai oder Wang Xinxi sieht man wohl noch als Vorbilder, aber ihre Strahlkraft scheint in weite Ferne gerückt.
In der Stahlstadt "Angang Works" stehen das alte und das neue China Seite an Seite, Hochofen an Hochofen. In einer Straße sind Öfen in Betrieb, die noch die Japaner in den dreißiger Jahren gebaut hatten, ein paar hundert Meter weiter oben steht eine hochmoderne Anlage - die "Neue Nummer Eins". Am Horizont wird die "Neue neue Nummer Eins" gebaut.
Obwohl der Fortschrittsglaube der Stahlarbeiter unerschütterlich ist, meint einer von ihnen im Interview lakonisch: "Arbeiten müssen wir aber trotzdem noch - genauso hart wie früher."
Und daran, dass ihre Kinder hier noch arbeiten werden wollen, glaubt fast keiner.

Erstellt: 24-04-08
Letzte Änderung: 25-04-08