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Samstag 7. April 2012 um 21.45 Uhr - 10/10/07

Karol - Papst und Mensch (2)

Nach dem Fall der Berliner Mauer hofft die Welt auf ein besseres Zeitalter, doch der irakische Überfall auf Kuwait ist der Auftakt zu neuen Kriegen. Während ihm seine Gesundheit mehr und mehr zu schaffen macht, setzt Johannes Paul II. seinen Kampf für Frieden und Gerechtigkeit fort ...

1990: Die Berliner Mauer ist gefallen, der Kalte Krieg zu Ende und die Selbstbestimmung der ehemaligen Ostblockstaaten, so auch Polens, endlich erreicht. Papst Johannes Paul II. ist voller Hoffnung auf ein neues, gerechteres Zeitalter, wird jedoch bald mit neuen Realitäten konfrontiert. Der irakische Überfall auf Kuwait ist der Auftakt zu Kriegen, bei denen sich mehr und mehr ein Konflikt zwischen westlicher und islamischer Welt abzeichnet, fortgeführt durch die Anschläge vom 11. September, den Kriegen in Afghanistan und im Irak.
Und auch der siegreiche Kapitalismus zeigt sich nicht nur der Dritten Welt gegenüber allzu selbstgefällig und ignorant. Während sich sein Gesundheitszustand von Jahr zu Jahr verschlechtert, setzt Johannes Paul II. in dieser Situation mehr denn je auf die Botschaft des Friedens und der Nächstenliebe und kämpft für den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen.


ZUSATZINFORMATION

Regisseur Giacomo Battiato zeichnet mit packenden und berührenden Szenen das Leben Karol Wojtylas von seiner Wahl zum Papst 1978 bis zu seinem Tod 2005 nach und schließt mit dem Zweiteiler "Karol - Papst und Mensch" an "Karol - Ein Mann, der Papst wurde" an.
Battiato begann in den 70er Jahren Regie zu führen. Seine Kinofilme wie "Duell der Besten" (1983), "Stradivari" (1989, mit Anthony Quinn) und "Tagebuch eines Vergewaltigers" (1996) liefen auf internationalen Festivals. In den letzten Jahren arbeitete er vermehrt für das Fernsehen, hervorzuheben sind die Filme "Casanova - Ich liebe alle Frauen" (2002), der mit dem Fipa d'Argent beim Biarritz-Festival ausgezeichnet wurde, sowie "Im Visier des Bösen" (2003) mit Klaus Maria Brandauer.
Hauptdarsteller Piotr Adamczyk verkörpert Papst Johannes Paul II. überzeugend und gehört zu den bekanntesten Schauspielern Polens. Er spielte in international erfolgreichen Filmen wie "Die Farbe des Lebens" (1997, Regie: Krzysztof Zanussi), "The Gateway of Europe" (1999, Regie: Jerzy Wójcik), "Tomas und der Falkenkönig" (2000, Regie: Václav Vorlícek) sowie "Chopin: Desire for Love" (2002, Regie: Jerzy Antczak). Im Moment ist er in den polnischen Kinos mit "Testosteron" (Regie: Tomasz Konecki, Andrzej Saramonowicz) zu sehen.
Die Musik von "Karol - Papst und Mensch" stammt aus der Feder von Ennio Morricone, dem neben John Williams wohl wichtigsten lebenden Filmmusikkomponisten. Sein Name ist untrennbar mit den Filmen seines ehemaligen Schulkameraden Sergio Leone verbunden: 1964 gelang beiden der Durchbruch mit dem Western "Für eine Handvoll Dollar", der das Genre nicht zuletzt auch dank der spartanischen Musik revolutionierte. Morricone schrieb bis zu Leones Tod 1989 die Musik für jeden Film des großen italienischen Regisseurs, unter anderem auch für "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) und "Es war einmal in Amerika" (1984). Insgesamt hat Morricone im Laufe seiner Karriere Musik zu knapp 500 Filmen komponiert, so auch zu Brian de Palmas "The Untouchables - Die Unbestechlichen" (1987), Bernardo Bertoluccis "Vor der Revolution" (1964) und "Noveconto" (1976), Pier Paolo Pasolinis "Große Vögel, kleine Vögel" (1966) und "Die 120 Tage von Sodom" (1975) sowie Giuseppe Tornatores "Cinema Paradiso" (1988) und "Die Legende vom Ozeanpianisten" (2000). Nach fünf Oscar-Nominierungen wurde Ennio Morricone dieses Jahr der Ehren-Oscar für sein Lebenswerk verliehen. Am 10. November 2008 wird er 80 Jahre alt.


Karol - Papst und Mensch (2/2)
Samstag 7. April 2012 um 21.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Italien, Polen, 2006, 92mn)
ARTE

Erstellt: 10-10-07
Letzte Änderung: 10-10-07