Kinostart 27. Oktober 2005 - 31/10/05
Keine Lieder über Liebe
Éin Film von Lars Kraume
Dreiecksgeschichte
im Doku-Stil
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Synopsis: Der angehende Filmemacher Tobias (Florian Lukas) dreht eine Doku über die Tournee der Band seines Bruders Markus (Jürgen Vogel). Tobias lädt seine Freundin Ellen (Heike Makatsch) ein mitzukommen. Eigentlich will er dabei herausfinden, wie nahe sich Ellen und Markus wirklich stehen.
Kritik: Obwohl es ein Drehbuch zum Film gab (für die Filmförderung) zog Regisseur Lars Kraume es vor, nicht hineinzusehen. Mit Florian Lukas, Heike Makatsch und Jürgen Vogel sammelte er drei spannende deutsche Schauspieler um sich, deren große Lust am Improvisieren unverkennbar ist. Das Dreiecksverhältnis von Tobias, Ellen und Markus gerät immer mehr in das Zentrum der Dokumentation von Tobias. Die Streitereien, die dabei aufgenommen wurden, richten sich keineswegs nach den gängigen Regeln des Dialogschreibens. Improvisiert wie sie sind, wirken sie wie aus dem wirklichen Leben gegriffen. Die Schauspieler beenden ihre Sätze nicht, verlieren den Faden, wiederholen sich. Aber genau das gibt dem Film den dokumentarischen Touch.
Am Anfang stand die Idee, einen Film zu machen, „der sich anfühlt wie ein Liebeslied,“ sagen Lars Kraume und Jürgen Vogel. Vogel wollte unbedingt mal einen Musiker spielen und fragte Kraume, ob er nicht so eine Rolle für ihn schreiben könnte. Der erwiderte, dass dies schwierig sei, weil er selbst nie in einer Band gespielt habe und dies ein Klischee werden würde. Aber er hatte eine ganz andere Idee: Er gründete die Hansen Band, die sich aus Thees Uhlmann (von Tomte) und Marcus Wiebusch (von Kettcar) zusammensetzte. Beides sind Bands der „Hamburger Schule“, die Kraume und Vogel auch gerne privat hören. Vogel (oder auch „Vogelmann“, wie ihn die Musiker gerne nannten) erfüllte sich damit einen Traum: Er spielte mit seinen beiden Lieblingsmusikern in einer Band. Die Hansen Band ging auf Tour durch die norddeutsche Provinz, Lars Kraume fuhr mit und drehte seinen semifiktiven Film.
Kraume ist in diesem Genre nicht gänzlich untrainiert. Bereits sein letzter Film Kismet – Würfel dein Leben! (2002) folgte ähnlichen Prinzipien, die er auch in seinen weiteren Filmen beherzigen möchte.
150 Stunden gedrehtes Material waren das Ergebnis der mehrwöchigen Tournee. Kraume und seine Cutterin Barbara Gies zogen sich für ganze sieben Monate in den Schneideraum zurück, um auf eine Länge von 100 Minuten zu kommen. Keine Lieder über Liebe zeigt, dass es mittlerweile wieder deutsche Filme gibt, die ihren ganz eigenen Weg gehen, und dabei ihre eigene Sprache gefunden haben. Keine Lieder über Liebe ist ein spannendes und unterhaltsames Experiment, von denen es viele mehr geben sollte.
Nana A.T. Rebhan
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Keine Lieder über Liebe
Deutschland 2005, 98 Min.
(Buch und) Regie: Lars Kraume
Mit Jürgen Vogel, Florian Lukas, Heike Makatsch
Erstellt: 25-10-05
Letzte Änderung: 31-10-05