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Samstag, 27. September 2008 um 19.00 Uhr - 10/10/08

Kenia: Spurensuche in den Slums

von François de Roubaix, Barnard Okeyo und François Festor – ARTE GEIE – Frankreich 2008

31. Dezember 2007: Präsident Mwai Kibaki (vom Stamm der Kikuyu) wird bei der Präsidentenwahl mit einer knappen Mehrheit von 300.000 Stimmen im Amt bestätigt. Die Opposition und internationale Wahlbeobachter sprechen von massiven Wahlfälschungen. Nach der Bekanntgabe der Vereidigung von Mwai Kibaki zum Präsidenten kommt es in ganz Kenia zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten. Ausgangs- und Schwerpunkt der gewalttätigen Auseinandersetzungen sind die Slums der Hauptstadt Nairobi und Kisumu. Es gibt über 1000 Tote und 250 000 Flüchtlinge.

  • Kenia: Spurensuche in den Slums

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In Kibera „stapeln“ sich über eine Million Kenianer in maroden Wellblechhütten. Kibera ist inzwischen zu einer eigenen Stadt geworden- mit einem eigenen Handels- und Wirtschaftsleben. Ein buntes Gemisch aus Marktständen, Garagen und Reparaturwerkstätten, aus Kinos, Friseurläden, Lebensmittel- und Kleiderläden. Hier praktiziert auch Doktor Wilson – Arzt und weiser Ratgeber der Bevölkerung – täglich behandelt er über hundert Patienten in seiner Klinik. Und in all diesem zusammen gewürfelten Haufen Armut schießen alle Art Kirchen aus dem Boden, um die Ware Gott zu verkaufen. Allein in Kibera sind derzeit über 400 registriert.

Dennoch hat die Verzweiflung noch nicht die Oberhand über den Lebenswillen gewonnen. So hilft beispielsweise der Verein „Jamibora“ mit seinen 185 000 Mitgliedern den Bewohnern der Slums tatkräftig, aus dem Elend herauszufinden. Unter anderem durch zinsfreie Kleinkredite. Jane, eine ehemalige Prostituierte ist dank Jamibora zur Schneiderin ausgebildet worden – jetzt kauft sie Secondhand-Kleider und näht sie zu Kinderkleidern um. Beispiele erfolgreicher Initiativen wie diese gibt es einige in Kibera.

Sechs Monate nach den Gewalttätigkeiten scheint der Aussöhnungsprozess erste Früchte zu zeigen. Dabei läuft der Wiederaufbauprozess vor allem über den Bereich Erziehung. Vereine und Lehrer haben sich zusammengetan, um Kameradschaft und Respekt zwischen den Jugendlichen zu fördern. Wer weiß, ob die Slums nicht eines Tages zum neuen Aushängeschild Kenias werden…

Erstellt: 25-09-08
Letzte Änderung: 10-10-08